Kleve: Jugend will Autokino und Zeltplatz
VON LUDGER DISTELKAMP - zuletzt aktualisiert: 07.09.2007Kleve (RPO). Ärgern oder mitmachen? Siegbert Garisch entschied sich für letzteres und beschritt den Weg in die Politik, der ihn bis ins Amt des Fraktionssprechers der Grünen im Klever Stadtrat geführt hat. „Wenn man was verändern will, dann geht das nur über Menschen, die sich ehrenamtlich einsetzen“, sagte Garisch gestern Schülerinnen und Schülern der Klasse 10 a der Realschule Kellen beim Planspiel Kommunalpolitik.
Und was wollen die Jugendlichen in ihrer Stadt verändern und was ärgert sie? Neue Geschäfte sollen in die City, die Sportplätze sollen besser werden, die „Neue Mitte“ hat schlechte Läden und ein Einkaufszentrum wie in Oberhausen könnte doch gebaut werden, so die Ideen der künftigen Wähler, die bei der Kommunalwahl 2009 ihr Kreuzchen machen dürfen.
Planspiel Kommunalpolitik
Vielleicht haben die Worte Garischs die 15- bis 17-Jährigen nachdenklich gemacht, sich doch einmal zu engagieren, um was in der Stadt zu bewegen. Zunächst lernen sie aber im Planspiel Kommunalpolitik, wie Entscheidungen im Klever Rathaus vorbereitet werden. Dazu waren gestern neben dem Grünen der SPD-Fraktionschef Alexander Frantz, der CDU-Ratsherr Josef Kanders und die FDP-Fraktionsmitarbeiterin Gabriele Mackay in den Unterricht gekommen, um in vier Fraktionen eine Stadtverordnetenversammlung vorzubereiten. Das „junge Parlament“ wird am Mittwoch, 12. September, von 16 bis 18 Uhr öffentlich im Klever Ratssaal tagen, die Anträge der Fraktionen diskutieren und verabschieden.
Bessere Sportanlagen
Die „CDU“ will die Beschädigung der Parkbänke verhindern, die „SPD“ die Sportanlagen verbessern, die „Grünen“ fordern einen Zeltplatz am Altrhein und die „FDP“ wünscht sich sogar ein Autokino. Fragen, ob die Stadt die Vorhaben überhaupt bezahlen kann und welche Grenzen dem Rat vom Bundes- und Landesgesetzgeber bei Entscheidungen gesetzt werden, lernen die Schülerinnen und Schüler beim Planspiel. Das hat Politiklehrerin Valèrien Vauzanges mit der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung organisiert. „Die Kommunalpolitik ist ganz nah am Alltag der Jugendlichen“, begründete Daniela Saaro von der Friedrich-Ebert-Stiftung, warum die Organisation für das Planspiel die Vorgänge im Rathaus ausgesucht hat. Die Probleme in der eigenen Stadt eigneten sich für junge Menschen hervorragend, die Demokratie zu erlernen.
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