Kalkar: Kalkar: Kernig und ursprünglich
VON MANFRED KOTTERS - zuletzt aktualisiert: 04.02.2008Kalkar (RPO). „Die Moral von der Geschicht’: Bürgermeister werd’ ich nicht!“ war sich der stets einfallsreiche Sitzungspräsident Hans-Georg Biesemann sicher, nachdem Uwe Friedrichsen als „ ’ne Kalkarer“ seine verdammt spitzen Spitzen Richtung Rathaus losgelassen hatte. Er machte aus seinem Herzen keine Mördergrube und sprach aus, was er (und bestimmt viele Kalkarer) dachten. Es ging um „die Heiligen drei Könige“, „ den ‚längsten’ Weihnachtsmarkt“, „Schulbus“ und „Zirkusplakate“ – spitzfindig und treffsicher setzte er seine Pointen! Das kam an – eine Rakete donnerte durch das voll besetzte Schulzentrum! Noch ’nen Knaller gab‘s bei Jüppi Faaßen als Weltenbummler. „Die Luft ist so frisch“ „Die was ok de heele Nacht bütte!“ Zack – das zündete. Und so ging‘s Schlag auf Schlag! Unnachahmlich! Genau wie „Engel Hettwich“ (Hedwig Sieberichs) ütt Kölle. Mit ihren Ausmaßen war sie zwar „der Jumbo unter den Engeln“, wollte aber trotzdem „Petrus’ next Top-Engel“ werden. Auf der Erde dagegen blieb Erwin Baumann. Jeder weiß jetzt, dass ein Familienstreit im Polizeijargon „Möbel rührt euch!“ heißt. Ja, wenn man in der Bütt und im wahren Leben Polizist ist, fällt es nicht schwer, aus dem Nähkästchen zu plaudern. Petra Dersch als „Frau, modisch – mollig“ erzählte vom „Baumarkt für Frauen: Douglas, hier gibt‘s Spachtelmasse für tiefe Furchen!“ Da muss die BTK Tulpensonntagsprinzessin Kira I. allerdings noch lange Petrea Dersch als „Frau, modisch - mollig“ erzählte vom Baumarkt für Frauen.
Gebändigt und trainiert
Kira I. kam strahlend mit Garde und Musik, um das Stimmungsthermometer noch ein paar Grade ansteigen zu lassen - genau wie das Gocher Prinzenpaar Ulrich II. mit seiner Lieblichkeit Nicole II., die beim Rathaussturm die stellvertretende Bürgermeisterin Gabi Theissen erbeutet hatten und nun stolz dem Kalkarer Publikum präsentierten. Bürgermeister Gerd Fonck dagegen erfreute sich seiner Freiheit, die er noch bis Aschermittwoch genießen könne; dafür bedankte er sich ausdrücklich bei den Karnevalisten. In den (leider endgültigen Tanz-) Urlaub geht die Showtanzgruppe „Mujeras“. Närrische elf Jahre begeisterten sie die Zuschauer – nun sagten sie den Bühnenbrettern ade! Doch beim Karneval in Kalkar geht’s natürlich trotzdem tänzerisch weiter – schließlich stehen drei Kompanien Tanzgirls in den Reihen der KKG! Gebändigt und trainiert werden sie von Kira Berendonk, Michelle Zollner, Iris Gräf und Sarah Voetmann. Sie haben es geschafft, dass die Mädchen echt gewagte Übungen zeigen und dabei das Lächeln nicht vergessen – eine tolle Leistung! Die „Kalkarer Tröters“ kamen zwar zum Schluss – waren aber bei weitem nicht das Letzte! Mit Pauken und Trompeten zogen sie ein und mischten die Gäste so richtig auf: klatschen, schunkeln, mitsingen - Karneval wie er sein soll, und wie er in Kalkar immer ist!. Karneval in Kalkar heißt: kernig, ehrlich und ursprünglich. Die (meisten) Zuhörer wissen nämlich noch, was mit „Schwätzbühl“, „ons Mittrich“ und „quoi“ gemeint ist. Das ist „ons Platt“. Die Sprache der Leute, die mitten im Leben stehen – das will man hören!
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