Kleve: Kampf gegen Flugplatz
VON LUDGER DISTELKAMP - zuletzt aktualisiert: 20.08.2008Kleve (RPO). Vorsitzender der Kreisbauernschaft, Josef Peters, kritisiert Grundstücksverkauf für Flugplatz-Gelände für fast 50 Prozent unter Verkehrswert. Vorwurf: Landschaftsverband verschwendete öffentliches Vermögen.
Eine Bürgerinitiative hat sich gegen den geplanten Flugplatz in Bylerward gegründet. Ihr Sprecher ist August Raadts, der mit seinen Mitstreitern mittlerweile 160 Unterschriften gegen das Projekt gesammelt hat. Schützenhilfe erhält diese Protestbewegung vom Vorsitzenden der Kreisbauernschaft Kleve, Josef Peters. Die knapp 70 Hektar, auf denen der Aero-Club Wissel und der Flugsportverein Emerich-Rees einen Segel- und Motorflugplatz errichten wollten, zerstöre eine in Jahrhunderten von Landwirten geschaffene Kulturlandschaft, kritisierte Peters gestern.
Der Eingriff in ein Landschaftschutzgebiet mit zahlreichen Kleinbiotopen in unmittelbarer Nähe zum hochrangigen Naturschutzgebiet FFH sei zu groß. Er würde auch den Erholungswert zerstören. Peters kritisierte, dass die Bezirksregierung schon grünes Licht für das Vorhaben signalisiert hat. Beim Kreis liege aber noch kein Bauantrag für das Projekt vor. In Bylerward solle die Start- und Landebahn 1100 Meter lang und 100 Meter breit sein, wobei noch eine Halle für die Flieger und breitere Zuwege hinzu kämen.
Verweyen und Hohl gefordert
„Das stinkt gewaltig. Das ist Verschwendung öffentlichen Vermögens“, kritisierte der Vorsitzende der Kreisbauernschaft den Verkauf des so genannten Haupthofes mit etwa 70 Hektar. Der Landschaftsverband Rheinland habe als Eigentümer das Gelände an den Privatmann Gerd Plorin, dem Vorsitzenden des Aero-Clubs Wissel, für 2,09 Euro pro Quadratmeter veräußert, sagte Peters. Der Verkehrswert liege laut Bodenrichtwertkarte aber bei vier Euro. „Diesen Preis haben Landwirte geboten, aber keinen Zuschlag erhalten“, erklärte der Vorsitzende der Kreisbauernschaft. Wegen dieses Verkaufsgebahrens des Landschaftsverbandes wird Peters nun die Kreis Klever Politiker Inge Verweyen und Peter Hohl als Mitglieder der Landschaftsversammlung einschalten. Die beiden CDU-Politiker sollten die Angelegenheit prüfen und aufklären, warum das Gelände um fast 50 Prozent unter dem Verkehrswert „verschleudert“ worden sei.
Milchvieh- und Pferdehaltung seien wegen des Fluglärms in einem Umkreis von bis zu zwei Kilometern nicht mehr möglich, betonte August Raadts.
Der Sprecher der Bürgerinitiative berichtete von einem Vorfall, der sich bei der Landung motorisierte Paraglider in Bylerward ereignet habe. Dadurch seien Pferde beinahe durch den Zaun gegangen und Rinder fast ein Kilometer galoppiert, so der Sprecher der Bürgerinitiative.
Raadts und Peters betonten, sie wollten den Fliegern auf keinen Fall ihr Hobby vermiesen. Der gewünschte Motorflug beider Vereine könne doch auf den bestehenden Platz nach Asperden verlegt werden.
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