Kleve: Kein „Nein“ zu Gesamtschule
VON MATTHIAS GRASS - zuletzt aktualisiert: 04.11.2010 - 17:13Der Haupt- und Finanzausschuss der Stadt Kleve wies die Entscheidung über die Gesamtschule wieder in den Schulausschuss zurück. 2011 soll stadtübergreifend mit Bedburg-Hau und Kranenburg neu diskutiert werden.
Es soll einen runden Tisch für Bildung geben, an dem Vertreter der drei Kommunen Kleve, Bedburg-Hau und Kranenburg über die Zukunft ihrer gemeinsamen Schullandschaft sprechen sollen. Mit einem entsprechenden Antrag lösten die Grünen im Hauptausschuss der Stadt Kleve, der im Ratssaal tagte, die verfahrene Diskussion um die Gesamtschule in Kleve.
Neu diskutieren
Es gab damit keinen Beschluss zur Frage, ob eine Gesamtschule in Kleve eingerichtet werden soll oder nicht. Das Thema wird vielmehr in den Schulausschuss der Stadt Kleve zurücküberwiesen und in Abstimmung mit den Nachbarkommunen neu diskutiert. Damit wird auch der Rat der Stadt am kommenden Mittwoch nicht mehr über die Gesamtschule debattieren. Das Thema soll allerdings schon Anfang des Jahres 2011 auf die Tagesordnung des Schulausschusses.
Einstimmig nahm der Hauptausschuss der Stadt Kleve zur Kenntnis, dass sich die St-Anna-Hauptschule Materborn (Foto) per Gesetz in der Selbstauflösung befinde. Man empfahl dem Rat die Auflösung der Schule zum Ende des Schuljahres 2010/2011.
Zuvor hatten die einzelnen Fraktionen und Ratsvertreter ihre Standpunkte über eine Gesamtschule in Kleve nochmals festgemacht: Jörg Cosar (CDU) unterstrich, dass man angesichts der rückläufigen Schülerzahlen über die Zukunft der Klever Schullandschaft diskutieren müsse. Allerdings gehe es darum, Schulformen zu finden, die den neuen Anforderungen gerecht werden. Eine überkommene Gesamtschule, die sich andernorts nicht bewährt habe, sei nicht der richtige Weg. „Wir müssen sorgfältig und überparteilich nachdenken, welches System am besten passt. Dies kann nicht die Gesamtschule sein“.
Neue schulformen
Alexander Frantz (SPD) dagegen würde eine neue Gesamtschule in Kleve begrüßen. Sie mache den Schulstandort attraktiver und stehe auch dem künftigen Hochschulstandort Kleve gut zu Gesicht. Alexander Bungert (FDP) betonte, dass die Freidemokraten nicht grundsätzlich gegen die Gesamtschule seien. Aber: „Die Stadt Kleve kann nicht alleine die Kosten tragen. Das muss in einem Verbund geschehen“. Deshalb forderte auch der FDP-Politiker den runden Tisch der Kommunen. Paul Zigan (OK) meint, die Bürger wollten eine Gesamtschule, die Linke meint, Kleve brauche eine Gesamtschule.
Dr. Artur Leenders (Grüne) beantragte schließlich die Rücküberweisung in den Fachausschuss, der alle zustimmten. Udo Janssen (CDU): „Wir sind Neuem ja grundsätzlich aufgeschlossen und stimmen deshalb dem Vorschlag der Grünen gerne zu“. Janssen ist überzeugt, dass bald noch zig neue und alte Schulformen durch die NRW-Dörfer getrieben werden.
Das geplante Ehrenmal aus Stelen für die Opfer des Zweiten Weltkrieges in Kellen wurde mehrheitlich mit wenigen Gegenstimmen nach langer, oft grenzwertiger Diskussion empfohlen. Der Verein habe sich für Stelen entschieden und dem wolle man sich verschließen, so Janssen abschließend.
Mehr zu Gesamtschule lesen Sie auch am Freitag in der Rheinischen Post, Ausgabe Kleve.
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