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Kleve: Kein Spoykanal ohne Pumpe

zuletzt aktualisiert: 27.01.2012

Kleve (RP). Die Schleuse Brienen und ihr schlechter Zustand sind derzeit in aller Munde. Von dem Bauwerk hängt für Kleve eine Menge ab. Nicht nur in städteplanerischer Hinsicht. Welche Funktion Kammerschleuse und angehöriges Pumpwerk seit vielen Jahrzehnten erfüllen, erklärt Bernhard Schlüß, Geschäftsführer des Deichverbandes Xanten-Kleve, im Gespräch mit RP-Mitarbeiterin Lena Steeg.

Bernhard Schlüß. Foto: Evers

Herr Schlüß, wozu braucht Brienen überhaupt seine Schleuse?

Bernhard Schlüß Wir haben im Altrhein und im Spoykanal verschiedene Wasserpegel. Um diesen Höhenunterschied auszugleichen, lässt man das Schiff, beispielsweise aus der Stadt kommend, in die Schleusenkammer fahren, schließt das Schleusentor und senkt den Wasserspiegel soweit ab, dass er das Level des Altrheins erreicht hat. Dann kann das Schiff passieren.

Welcher Wasserstand ist denn in der Regel höher?

Schlüß Meistens ist der Wasserspiegel des Spoykanals höher als der des Altrheins. Deshalb ist es wichtig, den Wasserstand im Spoykanal zu regulieren. Als wir im Herbst 2011 beispielsweise diesen extremen Niedrigstand hatte, wäre der Kanal im schlimmsten Fall leer gelaufen, wenn es nicht das Schleusenbauwerk gäbe, mit dem wir einen Mindestwasserstand halten können.

Das Pumpen wird aber nicht über die Schleuse geregelt, oder?

Schlüß Nein, dafür haben wir das Pumpwerk. Damit im Hinterland der Wasserspiegel nicht soweit ansteigt, das schlimmstenfalls Wohngebiete vernässt werden, haben wir das Schöpfwerk mit zwei Pumpen. Über automatische Messaufnehmer wird der Pegelstand der beiden Gewässer regelmäßig überprüft. Sobald bestimmte Werte erreicht sind, springen die Pumpen an.

Und wenn sie mal ausfallen?

Schlüß Vom Spoykanal gibt es einen Überlauf im Bereich des Gewerbegebiets. Das überschüssige Wasser würde in den Tweestrom geleitet. Außerdem haben wir vor kurzem Vorkehrungen getroffen, damit bei Bedarf ein angemietetes Notstromaggregat einspringen könnte, wenn wir wegen eines Stromausfalls Probleme mit der Versorgung des Pumpwerks bekämen.

Falls die Schleuse Brienen über längere Zeit geschlossen oder ganz dicht machen müsste, welche Konsequenzen hätte das für den Deichverband?

Schlüß Für den Deichverband hätte das keine Konsequenzen. Wenn in Zeiten ohne Rheinhochwasser der Abfluss des Wassers aus dem Spoykanal in den Altrhein über den vorhandenen Ablaufkanal innerhalb des Schleusenbauwerkes gewährleistet bliebe. Das Pumpwerk fördert nur dann, wenn der Wasserspiegel im Altrhein über dem Wasserspiegel des Spoykanals liegt.

Quelle: RP/rl/jul

 
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