Kleve: Keine Revolution in Kleve
VON MATTHIAS GRASS - zuletzt aktualisiert: 31.01.2012Kleve (RP). Kleves künftiger Museumsdirektor, Prof. Harald Kunde, stellte sich gestern den Politikern im Kulturausschuss vor. Kein Namenszusatz für die Stadt Kleve – dieses einstimmige Votum gab der Ausschuss ab.
Eine Revolution soll es nicht geben. Prof. Harald Kunde, künftiger Direktor des Museums Kurhaus Kleve, beruhigte die Mitglieder des Kulturausschusses, die sich auf eine Schlagzeile der Silvester-Ausgabe der RP bezogen, die Friederike Kepser (CDU) deutlich sichtbar emporhielt.
"Die Klever Idylle aufmischen" hieß es da. Kunde präzisierte, wie es ja auch im Text geheißen habe, denke er keinesfalls an eine Revolution. Aber im Gegensatz zu dem wunderschönen Park, in dem das Museum stehe, seien die Künstler, die im Museum zu sehen seien, nicht idyllisch veranlagt.
Kunde führte sich bestens im Ausschuss ein, referierte kurz seinen Lebenslauf und lüftete (auch wenn er dies, wie er betonte eigentlich erst später machen wolle) auch ein wenig den Schleier im Blick nach vorn. Er werde das Erbe von seinem Vorgänger, Drs. Guido de Werd natürlich annehmen, der das Museum national und international zu Rang und Namen geführt habe. Aber er verstehe dies nicht als Erbe, sondern als Auftrag, weiter zu machen, Neues zu bieten.
Dr. Hedwig Meyer-Wilmes (Grüne) bohrte nach, ob er denn schon etwas sagen könnte. Vielsagend blickte Kunde dann zurück: So habe er in Aachen bekannte Namen ebenso gezeigt, wie neue Positionen der Kunst. Und der habe dort eine Wand jungen Künstlern zur Verfügung gestellt, die diese Museumswand für ihre Arbeiten ein Jahr lang nutzen konnten. Er müsse für Kleve allerdings erst einmal abwarten, wann das Museum wirklich neu startet, wie lange die Eröffnungsausstellung (in der de Werd noch einmal die gesamte Sammlung zeigt) dauert. Dann erst werde er eigene Projekte in Angriff nehmen können. Allerdings denke er, dass Kleve in dieser Sammlung bedeutende Werke hat, denen man entsprechende junge Künstler gegenüberstellen könne.
Ob er sich von Moyland absetzen oder kooperieren wolle, wollten die Ausschussmitglieder wissen. Hier setzt der Sachse aufs Abgrenzen - Kleve müsse seine eigene Position entwickeln, zeigen, was Beuys in Kleve entwickelt habe und wie sich das auf sein späteres Werk auswirke. Kleve profitiere im Vergleich zu den Streitereien um Moyland von seinem besseren Ruf. Ansonsten suche er ein kollegiales Verhältnis mit dem Nachbarmuseum und werde auch bald nach seinem Beginn in Kleve Moyland besuchen.
Einen Namenszusatz soll die Stadt nicht bekommen. Dieses einstimmige Votum gab der Ausschuss unter Leitung von Jörg Cosar (CDU) dem Rat mit auf den Weg.
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