Kleve: Keine Vatikanstadt am Kolpinghaus
VON PETER JANSSEN - zuletzt aktualisiert: 28.01.2012Kleve (RP). Das Zentrum des christlichen Lebens war gesprengt. Im Schatten der Klever Stiftskirche sollte 1977 eine kleine Vatikanstadt entstehen. Geplant war, dass das Kreisdekanat ins Kolpinghaus einzieht. Bislang war das Kreisdekanatsbüro auf der Großen Straße untergebracht.
Die Verhandlungen mit der Stadt Kleve, die damals Eigentümer des Hauses war, und dem Generalvikariat in Münster scheiterten jedoch. Bautechnische Schwierigkeiten, so die offizielle Version, ließen den Umzug platzen.
Neues Domizil des Kreisdekanatsbüros mit den zugehörigen Referaten wurde die Römerstraße 6 gegenüber vom Freiherr-vom-Stein-Gymnasium. Die Mitarbeiter des Kreisbildungswerks, der CAJ und der KAB zogen dort ein.
Eine, die von Beginn an in den neuen Räumen auf der Römerstraße dabei war, war Else Buchmiller. Sie arbeitete bereits 1974 im Kreisdekanat. An die Zeit in den neuen Büros in der Klever Oberstadt hat sie beste Erinnerungen. Für sie war es eine Arbeit im "Haus der Herzlichkeit". "Wir haben uns blendend verstanden. Die Bürogemeinschaft auf der Römerstraße war ausgezeichnet. Von der Kaffeepause bis hin zu Betriebsausflügen – wir haben viel gemeinsam gemacht." Was nicht weiter verwunderlich ist, hatten doch alle dort untergebrachten Angestellten einen großen gemeinsamen Nenner – den katholischen Glauben. Auch RP-Mitarbeiter Werner Stalder kann sich noch bestens an die Büros auf der Römerstraße erinnern. Für ihn besaßen die dort angesiedelten Dienststellen des Glaubens jedoch einen weitaus irdischeren Nutzen: "Hier konnte man alles kopieren lassen. Das ging sonst nirgendwo", wusste Stalder, wo er seine Schriften kostenfrei vervielfältigen konnte.
Bis 1987 blieb das Kreisdekanat auf der Römerstraße. Dann wurde es zur Wasserstraße verlegt. Und dort gibt es noch heute günstige Kopien.
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