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Kleve: Kleve als Tor zum Nachbarn

VON MATTHIAS GRASS - zuletzt aktualisiert: 14.03.2009

Kleve (RPO). Die Zukunftswerkstatt der Volksbank Kleverland und der Rheinischen Post diskutierte jetzt über Kleve als Tor von oder zu den Niederlanden. Hier nahm die grenzüberschreitende Kommunikation wieder deutlich zu.

Zukunftswerkstatt: Guido de Werd, Freddy Heinzel, Frank Ruffing, Rudolf Röhrl, Ludger van Bebber, Rachel Scheuvens (Volksbank), Dr. Harald Schoelen, Theo Brauer, Matthias Grass und Jürgen Loosen (v.l.).  Foto: RPO
Zukunftswerkstatt: Guido de Werd, Freddy Heinzel, Frank Ruffing, Rudolf Röhrl, Ludger van Bebber, Rachel Scheuvens (Volksbank), Dr. Harald Schoelen, Theo Brauer, Matthias Grass und Jürgen Loosen (v.l.). Foto: RPO

Kleve war das Tor zur Welt – zumindest für die Preußen. Aber das ist lange her. Ist Kleve immer noch "das Tor nach Deutschland – nach Holland?", fragte deshalb jetzt die Zukunftswerkstatt. "Heute nicht mehr", konstatierte Kleves Museumsdirektor Drs. Guido de Werd. Denn einst holten sich die Brandenburger ihre Baumeister und Ingenieure aus dem Nachbarland. Über Kleve, das als dritte Residenz das Einfallstor für die Niederländer wurde, die Brandenburg halfen aufzubauen, die unter anderem Spandau ihren Stempel aufdrückten.

Qualifizierte Arbeitskräfte

Lange noch zog es die Niederländer dann nach Kleve – zunächst als Kurgäste. Allein im 19. Jahrhundert gab's annähernd 70 Hotels in der Schwanenstadt, listet der Museumsdirektor und profunde Kenner der Klever Geschichte auf. Später, als der Glanz des Kurbades verblasst war, kamen die Niederländer in Scharen als Tagesgäste. "Kleves einzigartige Topografie zieht Touristen an", so de Werd.

Info

Die Werkstatt

Unter der Diskussionsleitung von Frank Ruffing, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Kleverland und Jürgen Loosen, Redaktionsleiter der Rheinischen Post in Kleve, diskutierten zum Thema "Kleve – das Tor nach Deutschland/Das Tor nach Holland" Theo Brauer, Bürgermeister der Stadt Kleve, Ludger van Bebber, Geschäftsführer Airport Weeze, Freddy Heinzel, Vorsitzender des deutsch-niederländischen Businessclubs Kleve, Rudolf Röhrl, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Kleve, Dr. Harald Schoelen, Regionalbeauftragter der IHK für den Kreis Kleve und nicht zuletzt Drs. Guido de Werd, Direktor Museum Kurhaus Kleve.

Doch das lasse nach. Deshalb sei es wichtig, dass Kleve sich seine Einzigartigkeit bewahre und ausbaue, die es von anderen Städten abhebe: "Wir müssen immer fragen: was haben wir, was speziell ist, was anders ist ? – und das müssen wir pflegen." Das sieht dagegen Freddy Heinzel, Vorsitzender des deutsch-niederländischen Businessclubs, etwas anders: Sicher habe Kleve nicht mehr die Bedeutung wie zur Zeit des Barocks, aber dennoch sei man inzwischen fast auf Augenhöhe mit den Nachbarn angekommen. Vor allem, seitdem der Kreis Kleve die Fachhochschule zugesprochen bekommen habe.

Auch Dr. Harald Schoelen unterstrich die Bedeutung Kleves, die man natürlich nicht mit der vergangener Tage vergleichen könne, als Duisburg noch zu Kleve gehörte. Dennoch stellt Kleve, so der IHK-Regionalbeauftragte für den Kreis, ein wichtiges Reservoir für hochqualifizierte Arbeitskräfte dar. Zudem binden die Radboud-Universität in Nimwegen und die Hochschule Arnheim-Nimwegen viele junge Menschen, die dort studieren und gleichzeitig in Kleve zuhause wohnen können. "Es ist erstaunlich, welche Bindungen die Klever an ihre Stadt haben", sagt Schoelen. Dazu würden Flughafen und Fachhochschule künftig eine enorme Wirtschaftskraft entwickeln.

Gerade der Flughafen profitiert schon heute vom Einzugsgebiet Niederlande: 52 Prozent seiner Gäste kommen von der anderen Seite der Grenze (Dort ist der Flugplatz auch erheblich besser ausgeschildert . . .). Ludger van Bebber, Geschäftsführer des Flughafens, unterstrich immer wieder, dass sich das Tor zu den Niederlanden heute über die Dienstleistung definiere.

Einig waren sich alle, dass es in Kleve sehr gute Netzwerkstrukturen gebe, die viel dafür tun, dass das Tor in beide Richtungen offen bleibe. Röhrl wiederum sieht es als nicht unwichtigen Teil seiner Aufgabe an, diese Netzwerkstrukturen zu stärken und auszubauen. Nicht zuletzt auch, um Werbung für Kleve als künftigen Hochschulstandort zu machen. Da sei gerade das Signal, das durch den Namen Rhein-Waal sofort grenzüberschreitend gegeben ist, eine super Idee, so Rudolf Röhrl.

Quelle: RP

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