Kleve: Kleve bekommt alle Schulformen
VON MATTHIAS GRASS - zuletzt aktualisiert: 09.12.2011Kleve (RP). Im Schulausschuss der Stadt Kleve wurde die Errichtung von Sekundarschule und Gesamtschule empfohlen. Es wird eine Realschule erhalten und die beiden Gymnasien sollen fortgeführt werden. Eine Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen wurde nicht ausgeschlossen.
Der Schulausschuss Kleve hat gestern einstimmig die Weichen für die neue Schullandschaft in der Kreisstadt gestellt. Auch die Mitglieder der Elterninitiative für eine Gesamtschule zeigten sich mit dem Ergebnis zufrieden. Kleve wird ab dem Schuljahr 2012/13 alle in NRW möglichen Formen für die weiterführenden Schulen bieten, so Udo Janssen (CDU): Gesamtschule: Es wird eine mindestens sechszügige integrierte und inklusive Gesamtschule im gebundenen Ganztag zum Schuljahr 12/13 im Gebäude der Realschule Hoffmannallee gegründet.
Die Oberstufe soll dann ins Sebus-Gymnasium wechseln. Sekundarschule: Ebenfalls zum Schuljahr 2012/13 wird eine mindestens fünfzügige Sekundarschule im gebundenen Ganztag gegründet, die zumindest für die ersten zwei Jahre im Sebus-Gymansium untergebracht ist. Hauptschule: Die Hauptschulen laufen aus, ebenso die Realschule Hoffmannallee (dort können keine Kinder mehr angemeldet werden). Realschule: Während die Realschule an der Hoffmannallee sich in eine Gesamtschule wandelt, wird die Karl-Kisters-Realschule vierzügig für das Jahr 2012/13 starten. Gymnasium: Das Freiherr vom Stein Gymnasium und das Konrad Adenauer Gymnasium werden mit mindestens sechs Zügen weiter geführt.
Dabei sollen die Nachbarkommunen – hier bekam Bedburg-Hau größtes Lob von der Klever Politik und Verwaltung – weiter im Boot sein. "Wenn die Befragung eine Depandancelösung nicht hergibt, dann kann und muss das doch nicht heißen, dass eine Zusammenarbeit und Unterstützung nicht möglich ist", so Jörg Cosar (CDU).
Der CDU-Schulpolitiker hatte zuvor auch ausgeführt, dass die CDU weiland nicht gegen eine Gesamtschule gewesen sei. "Wir waren aber sehr wohl der Auffassung, dass eine Gesamtschule nicht ins Klever System passte". Zumal damals die Schulformen gut funktionierten. Da es aber der CDU-Landesregierung nicht gelungen sei, die Qualitäten der Hauptschule den Eltern begreifbar zu machen, gleichzeitig der Elternwunsch nach längerem gemeinsamen Lernen und einer Alternative zum G-8-Abitur wuchs, habe sich die Situation geändert. Vor allem nach dem Schulkonsens auf Landesebene. Er setze vor allem die künftig hohe Qualität der Schulen.
Alexander Frantz (SPD) betonte, dass das System Sekundarschule gelebt werden und akzeptiert werden müsse. Kleve stehe diese Vielfalt als Kreisstadt sehr gut. Daniel Rütter hob hervor, dass künftig der Wettbewerb zwischen den Schulen die Anmeldezahlen bestimmen werde.
Michael Bay (Grüne) zitierte wiederum treffend Viktor Hugo, warum sich die Gesamtschule jetzt durchgesetzt hat: "Nichts ist stärker als eine Idee, deren Zeit gekommen ist."
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