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Kleve: Klever (76) ersticht Ehefrau
zuletzt aktualisiert: 09.01.2012 - 16:37Ein 76 Jahre alter Klever hat offenbar seine 81 Jahre alte Ehefrau erstochen. Das gab die Polizei am Montag, 9. Januar, bekannt. Die Mordkommission Krefeld hat die Ermittlungen aufgenommen.
Was war geschehen? Wie die Polizei berichtete, meldete sich am Montag, 4.41 Uhr, der Mann aus Kleve bei der Rettungsleitstelle. Er teilte mit, dass er seine Ehefrau "umgebracht" habe. Daraufhin fuhren die Beamten zu dem Einfamilienhaus der Eheleute. Im Schlafzimmer konnten sie die 81-Jährige jedoch nur noch tot auffinden.
Sie lag leblos auf dem Bett und wies eine Messerstichverletzung im Bereich der linken Brust auf. Neben dem Doppelbett fanden Beamten ein großes Küchenmesser. Auch der Mann, der in Unterwäsche die Haustür öffnete, war verwundet - allerdings nur oberflächlich.
Zum Motiv sagte Gerd Hoppmann, Leiter der Mordkommission Krefeld: "Die persönlichen Lebensumstände des Ehepaares hatten sich in letzter Zeit so verschlechtert, dass der 76-Jährige sich entschloss, zunächst seine Frau und dann sich selbst zu töten." Dies hätte er den Einsatzkräften und später auch der Mordkommission mitgeteilt.
Seit 50 Jahren verheiratet
Zum Hintergrund: Das kinderlose Ehepaar war seit mehr als 50 Jahre verheiratet und wohnte seit vielen Jahren in einem großen Einfamilienhaus mit gehobener Ausstattung in Kleve. In jüngster Zeit wurde jedoch bei der 81-Jährigen eine fortschreitende Demenz festgestellt, die eine ambulante Pflege erforderlich machte. Seit Heiligabend war das Opfer in eine stationäre Pflege eingewiesen worden, ab dem 30. Dezember wurde zudem - zunächst für sechs Monate - eine Betreuung eingerichtet. Am gestrigen Sonntag (8. Januar) holte ihr Mann - so steht es zumindest in der Pressemitteilung der Mordkommission - sie aus der Pflegeeinrichtung ab.
Die Untersuchungen am Tatort belegen, dass der Fundort der Toten auch der Tatort ist. An einem Finger wurde zudem eine Verletzung festgestellt, die möglicherweise als Abwehrverletzung zu werten ist. Ein Kampf hatte offensichtlich aber nicht stattgefunden, so die Polizei. Weitere Erkenntnisse soll die Obduktion am Dienstag, 10. Januar, liefern.
Auf Antrag des zuständigen Staatsanwaltes Martin Körber, Staatsanwaltschaft Kleve, wurde der mutmaßliche Täter dem Haftrichter vorgeführt. Es wurde Haftbefehl wegen Mordes erlassen. Der Mann, der sich derzeit in einer Justizvollzugsanstalt befindet, ist laut Polizei suizidgefährdet.
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