Kleve: Klever Denkmal: Parkuhr als "Groschengrab"
VON LUDGER DISTELKAMP - zuletzt aktualisiert: 13.09.2010Kleve (RPO). Die schönste Seite ist das Reisen in ferne Länder und das entspannte Kennenlernen anderer Kulturen, die hässliche ist die des Nomadendaseins, wenn Menschen im Krieg vor dem Tod fliehen.
Beim bundesweiten Tag des offenen Denkmals stand gestern auch in Kleve das Thema "Kultur in Bewegung – Reisen, Handel und Verkehr" mit seinen vielfältigen Gesichtern im Mittelpunkt.
Dazu gehört auch das erste "Groschengrab". Diesen historischen Augenblick hielt der ehemalige RP-Fotograf Fritz Getlinger im Bild fest, als 1960 auf der Stechbahn die ersten Parkuhren von Kleve standen und mit einem "Staubsauger" entleert wurden, um in die Stadtkasse zu fließen. Eine lebendige Betrachtung war im Klever Bahnhof die Ausstellung über das Denkmal-Thema. "Das müsste Ende der 30er Jahre gewesen sein", meinte ein Zeitzeuge, als er den übermächtig wirkenden Zeppelin am Himmel über der Schwanenburg und der Stadt sah.
Diese Luftfahrzeuge hätten in den 30er Jahren eine Rundreise durch Deutschland gemacht, erinnerte sich der Mann an seine Kindheit. Wie bewegend die Zeit ist, war an einem Dokument aus dem Jahr 1936 abzulesen. Hier standen Namen von 170 Menschen, die durch die Bahn in Kleve damals Arbeit hatten. Das Stadtarchiv, der Arbeitskreis Kermisdahl-Wetering des Klevischen Vereins für Kultur und Geschichte, die Eisenbahnfreunde Goch-Kleve, das XOX-Theater und der Kanu-Club Kleverland hatten diesen Denkmal-Tag mit etlichen Veranstaltungen organisiert.
Kleve sei um 1540 sogar als Beistadt zu Wesel Mitglied der Hanse gewesen, berichtete Stadtarchivar Bert Thissen in seinen kurzen Geschichts-Vorträgen im Bahnhof. Informationen über diesen mittelalterlichen Städtebund gab es auf hanseatischen Wegen in Kalkar mit Stadtführerin Helene Meurs, als sie Interessierten bei einem Rundgang durch den historischen Kern die Geschichte des Handels und der Kalkarer Kaufleute näher brachte. Der städtische Tourismus-Chef Harald Münzner ging im Museum mit dem "Finger auf die Landkarte". Er stellte die hervorragend kolorierten Meisterstücke des Kartographen Christian Sgrooten vor, der bis zum frühen 17. Jahrhundert in Kalkar lebte und tätig war. Eine Reise in die Vergangenheit gab es in Appeldorn mit den Burggeistern auf Burg Boetzelaer.
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