Kleve: Klever Stadt-Komposition
VON MATTHIAS GRASS - zuletzt aktualisiert: 11.07.2009Kleve (RPO). In der Zukunftswerkstatt von Volksbank und RP verglich Prof. Oliver Hall die neue Unterstadt-Planung mit einem Konzerthaus – jetzt müsse die Stadt nur noch die Musik bestimmen. Mit einem innovativen Konzept.
Man will die Kreativität möglicher Investoren für die Klever Unterstadt nicht ausschließen, man will sich aber auch nicht in die Hände von Investoren begeben und damit die Qualität des künftigen Rathausviertels aufs Spiel setzen. Ein Spagat, an dem viele Wettbewerbe oder Werkstattverfahren für Stadtquartiere letztlich scheitern.
In Kleve hat man dafür aber eine Lösung vor Augen: Hier scheint mit den Astoc-Architekten auch das richtige Team gewählt worden zu sein – denn deren Chefplaner Prof. Oliver Hall vertrat in der jüngsten Zukunftswerkstatt offensiv mögliche Lösungen für dieses Problem, dem die Stadtspitze Bürgermeister, Kämmerer und Technischer Beigeordneter an diesem Abend nicht abgeneigt schien und für die sich auch Arthur Leenders von den Grünen und Susanne Rexing vom KCN erwärmen konnten. Beide hatten im Vorfeld für die Qualitätssicherung das Wort ergriffen.
Zukunftswerkstatt
Die Zukunftswerkstatt in Kleve wurde von RP-Lokalchef Jürgen Loosen und Volksbank-Vorstandsvorsitzenden Frank Ruffing moderiert. Es diskutierten Prof. Oliver Hall, Astoc Architekten, Gunnar Ader, Ader+Kleemann, Artur Leenders, Grüne, Susanne Rexing, Klever City Netzwerk (KCN), Bürgermeister Theo Brauer, Kämmerer Willibrord Haas und Technischer Beigeordneter Jürgen Rauer.
Andere Investoren gewinnen
Hall ist überzeugt, dass mit seinen Vorschlägen Investoren nicht nur die angestrebte qualitative Wertigkeit des neuen Viertels einhalten werden, sondern dass sogar damit gezielt andere Investoren angesprochen werden, die nicht zu den üblichen Verdächtigen zählen, wenn es darum geht, irgendwo Geschäftsviertel hinzustellen.
"Sie geben mit einer weiter ausgeführten Planung nicht nur Ideen vor, was sie dort in ihrem Viertel spielen möchten, sie nehmen dem Investor sogar die Planung ab", sagt Hall. Sprich: Der kann schneller reagieren, braucht nicht seine eigene Planungsabteilung einzuschalten und spart Kosten.
Hier ist allerdings der Knackpunkt: Für diese Planung im Bereich des Vorentwurfs käme dann die Stadt auf. Die kann zwar die Kosten an spätere Investoren weiterreichen – wenn es aber keinen Investor gibt, bleibt sie auf den Kosten sitzen. "Wir werden das genau kalkulieren – aber die Idee hat Charme", sagt Haas. Für Rauer ist Halls Vorschlag ein guter Weg zur Qualitätssicherung, wenn man solche Vorentwürfe und Leitideen vorgeben kann. Ziel: Man will schon zur Exporeal in München mit diesen Vorschlägen werben.
Artur Leenders unterstrich nochmals, dass man dringend Investorenbauten wie solche in Solingen von Multidevelopment vermeiden muss. "Die Investoren dürfen nicht zu stark werden", mahnt der Grünen-Politiker.
Auch Volksbank-Vorstand Frank Ruffing unterstrich, dass viele Städte solche Gelegenheiten, wie Kleve sie jetzt hat, falsch genutzt haben und am liebsten abreißen würden: "Kleve hat das beste bis jetzt gemacht, jetzt gilt es, diese Qualität auch hochzuhalten".
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