Kleve: Klinik-Häuser bald verkaufen
VON MATTHIAS GRASS - zuletzt aktualisiert: 11.02.2010 - 10:29Kleve (RPO). Im Koalitionsvertrag der Gestaltungsmehrheit im Landschaftsverband Rheinland sind die LVR-Klinik, mini-art und das Kraftwerk in den Kliniken wichtige Eckpunkte. Gespräch mit Stephan Haupt vom FDP-Fraktionsvorstand im LVR.
Scheinbar idyllisch liegen die Jugenstil-Häuser in ihrem Park. Doch die Idylle trügt: Da wo früher psychisch Kranke therapiert wurden, leiden die großen Häuser immer häufiger unter Vandalismus oder gar Brandstiftung. "Wir müssen dieses Problem endlich lösen", sagt Stephan Haupt. Deshalb hat die neue Gestaltungsmehrheit (SPD/FDP/Grüne) beim Landschaftsverband Rheinland in den Koalitionsvertrag geschrieben, dass die Häuser endlich vermarktet werden sollen. Das betrifft nicht nur Gebäude in Bedburg-Hau, auch Liegenschaften in Viersen oder in bester Lage in Düsseldorf stehen ungenutzt leer. "Wir können nicht noch eine weitere Wahlperiode verstreichen lassen. Die Vermarktung muss aktiv betrieben werden – auch um die Kosten für die Klinik zu senken", sagt Haupt. Der FDP-Politiker ist Mitglied im Fraktionsvorstand seiner Partei im LVR, er ist stellvertretender Vorsitzender im Krankenhausausschuss 4, der für die LVR-Klinik zuständig ist, und sitzt im Bauausschuss. "Das ist wichtig für die Liegenschaften und deren Vermarktung", so Haupt.
Neue Wege
Für die Vermarktung der Häuser wolle man auch neue Wege beschreiten. "Und das mit Nachdruck", sagt der FDP-Politiker. Dazu stehe auch Landesrätin Renate Hötte. "Die zentrale Vermarktung aus Köln als Sitz des Landschaftsverbandes ist nicht mehr in Stein gemeißelt", listet Haupt eine wichtige Änderung auf. Das gilt auch für die Art der Vermarktung: Man müsse sich davon trennen, die Gelände an einen Investor am Stück verkaufen zu wollen. "Wir wollen auch Teile und auch einzelne Häuser freigeben. Ich hoffe, dass wir damit auch heimische Investoren oder Geschäftsleute ansprechen können – die Häuser sind ja durchaus attraktiv", sagt Haupt mit Blick auf das nahe Kleve und das neue Gemeindezentrum unmittelbar gegenüber. Dazu habe es bereits Gespräche zwischen Landesrätin und Denkmalschützer gegeben. "Wir möchten, dass der Denkmalschutz einen Leitfaden formuliert, der sagt, was in welchem Gebäude oder Ensemble zu beachten ist", so Haupt. Das gebe Käufern Planungssicherheit bei den unter denkmalschutz stehenden Bauten in Bedburg-Hau.
Kraftwerk
Wenn man über die Zukunft der Leerstände in Bedburg-Hau rede, gehöre auch das Kraftwerk auf dem Klinikgelände dazu, das derzeit die Gebäude mit Wärme und Strom versorgt. "Hier steht im Koalitionsvertrag, bei der Energieversorgung mit kommunalen Trägern zu arbeiten", sagt Haupt. Seit langem fordert die Bedburg-Hauer FDP die Nutzung des Kraftwerks für die Gemeinde. Auch müsse man Planungssicherheit über die Versorgung der zu verkaufenden Gebäude haben, die derzeit noch am Kraftwerk angeschlossen sind. Es wäre ja nicht sinnvoll, diese Häuser erst einzeln mit Heizungsanlagen auszustatten, um später vielleicht doch wieder an das Kraftwerk zu gehen.
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