Kreis Kleve: Kliniken: Team für Angehörige
VON MATTHIAS GRASS - zuletzt aktualisiert: 13.12.2006Kreis Kleve (RPO). „Wir möchten nicht, dass sich die Angehörigen unserer Patienten in dieser für sie neuen Situation allein gelassen fühlen“, sagt Dr. Barbara Eckert, Oberärztin an den Rheinischen Kliniken Bedburg-Hau. Im Gegenteil: Man möchte ein regelmäßiges Forum bilden, wo man sich treffen kann, über Probleme und Sorgen sprechen oder sich untereinander austauschen kann. Das bietet die Angehörigen-Gruppe für die Akut-Psychiatrie der Rheinischen Kliniken Bedburg-Hau.
Dort steht der Erfahrungsaustausch an erster Stelle: Was ist los mit meinem lieben Verwandten, der auf einmal so aggressiv wird? Muss ich für eine Betreuung sorgen, wer hilft in juristischen Fragen? Ist diese Hilfe notwendig? Wie kann ich das häusliche Umfeld gestalten, wie Sorge tragen, dass der Patient seine Medizin weiter regelmäßig nimmt? Fragen über Fragen drängen auf den Angehörigen ein.
„Wir bieten als professionelles Team Antworten – aber auch der Austausch untereinander ist wichtig“, sagt Sozialpädagogin Andrea Bückers. Spezielle Fragen werden vom Team beantwortet, in dem alle Berufsgruppen aus verschiedenen Abteilungen vertreten sind. Dazu steht der wichtige Austausch untereinander. Es kommen sogar auch Angehörige von Menschen, die geheilt sind. „Gerade auch solche Erfahrungen sind wichtig, um zu erfahren, wie andere die Probleme erlebt und dann gemeistert haben“, sagt Barbara Eckert.
Treffen alle zwei Wochen
Doch die Angehörigen-Gruppe ist keine Einbahnstraße: „Wir erleben unserer Patienten ja nur als Kranke. Zusammen mit den Angehörigen erfahren wir aber, wie er war, was aus ihm werden kann, wenn er gesund ist: Die Angehörigen-Gruppe ist also auch für uns ausgesprochen spannend“, sagt Barbara Rhein, Krankenschwester an den Rheinischen Kliniken. Sie gehört mit Oberärztin Dr. Barbara Eckert zu denen, die vor Jahren die Angehörigengruppe in den Rheinischen Kliniken zusammen mit der jetzigen Klinik-Direktorin Dr. Marie Brill gegründet haben.
Die Gruppe tagt jeweils 14-tägig oben in der letzten Etage von Haus 50 mit weitem Blick in die Niederung. Eingeladen sind alle Angehörigen von Patienten der Allgemeinen Psychiatrie I und der Station 50.5 und 50.6 der Allgemeinen Psychiatrie II. Schon bei Aufnahme des Patienten erhalten die Angehörigen einen Zettel mit den wichtigsten Daten. Begleitet wird die meist um ein Dutzend starke Gruppe von Ärzten, Sozialpädagogen und Pflegern aus den Rheinischen Kliniken. Das nächste Treffen ist am 20. Dezember.
Info Tel. 0 28 21/ 81 1142
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