Kleve: Klinkenputzen für Kleve
VON MATTHIAS GRASS - zuletzt aktualisiert: 19.08.2009Kleve (RPO). Kaffee mit dem Kandidaten: SPD-Kandidat Josef Gietemann will für alle Klever ins Rennen ums Bürgermeisteramt ziehen. Sein Slogan: Kleve kann mehr. Er fordert ein Gründerzentrum für Industriebetriebe.
Josef Gietemann ist viel unterwegs in diesen Tagen. Klinkenputzen nennt sich das: Der SPD-Mann versteht sich als Bürgermeisterkandidat für alle Klever – und so geht der Mann aus Rindern derzeit in der Klever Oberstadt von Haus zu Haus, von Block zu Block und redet mit den Bürgern. Mit Menschen, die mal typisches SPD-Klientel waren und die er wieder für sich und seine Partei gewinnen will. Die ehemaligen Arbeitervertreter von Elefanten, die Gewerkschafter, der vielzitierte kleine Mann. Mit allen will er ins Gespräch kommen, sie überzeugen. "Da bleibt viel hängen", sagt er, immer den Wahlkreiskandidaten an seiner Seite.
Rathaussanierung: "Ja"
Aber nicht nur dort sieht der SPD-Kandidat Stimmen, die er gewinnen kann: "Ich kenne beide Seiten – die Arbeitnehmerseite und die Arbeitgeberseite. Ich habe für beide Seiten in Gremien gesessen, wir haben dabei vieles in Gang gesetzt", sagt der Bezirksschornsteinfeger. Darüber wird er an seinem Wahlkampfmobil diskutieren. Schließlich will er am 30. August der erste rote Bügermeister Kleves werden.
Beim Rathaus verweist Gietemann darauf, dass die SPD schon sehr früh gefordert habe, das Gebäude nur zu sanieren. Er hofft jetzt auf entsprechende Vorlagen der Verwaltung – denn auch die SPD möchte den Bau zügig und in Eigenregie umzusetzen, wie der Bürger es empfohlen hat. Den Rest der Planung möchte er kleinteilig und Stück für Stück umsetzen. Es sei schwer, in der Krise größere Investoren zu bekommen und wenn man es in viele einzelnen Projekte aufteile, ergebe sich auch eine größere Vielfalt.
Gietemann geht davon aus, dass auch Kleve von der Krise erreicht wird und der Kämmerer 2010 den Rotstift ansetzen muss. "Das soll aber nur sozialverträglich geschehen", sagt Gietemann. Wichtig sei, Arbeit zu schaffen. Man könne sich nicht darauf zurückziehen, nur Dienstleistungszentrum zu sein. "Industriearbeitsplätze bleiben auch für Kleve unerlässlich", so der SPD-Kandidat. Er wünscht sich ein modernes Technologie-Zentrum, in dem auch Indutriebetriebe eine Gründerheimat finden. Aus einem solchen "Gewerbecenter" könnten viele Arbeitsplätze entstehen.
Eine Diskussion um die B 9 neu gibt es für ihn nicht: "Diese Straße lässt sich nicht verwirklichen. Das ist ein Phantomthema, das jeglicher rechtlicher Grundlage entbehrt", konstatiert er. Auch die Schienenverbindung zu den Niederlanden sieht er anders: "Nimwegen will doch eine Straßenbahn bauen – diese könnte durch Beek-Ubbergen führen und von dort nach Kranenburg. Wenn Groesbeek nicht ans Bahnnetz will, dann sollte das Groesbeeks Problem sein und nicht unseres". Denn diese Bahn müsse schnell kommen.
Und der politische Gegner? Theo Brauer solle nicht versprechen, sondern auch umsetzen – beispielsweise das Parkleitsystem. Er werde jetzt beantragen, endlich Parkverbotsstreifen auf die Straße gegenüber dem Parkhaus Stechbahn zu malen. "Auch das ist längst überfällig", sagt Gietemann.
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