Kleve: "Kontrollen senken Unfallzahlen"
zuletzt aktualisiert: 06.08.2010Kleve (RPO). Das Autobahnkreuz Moers ist Drehscheibe für den Schwerlastverkehr aus ganz Europa. Die A 40 und die A 57 gehören zu den sehr stark frequentierten Autobahnen als Bindeglieder zwischen Deutschland und den Benelux-Ländern.
Im Gespräch mit RP-Redakteur Ulrich Joppich nimmt Volkhard Behringhoff (57), Leiter der Autobahnpolizeiwache Moers, Stellung zu aktuellen Themen.
Herr Behringhoff, vor gut einer Woche waren 60 Kilometer der A 40 als "Still-Leben" zentrale Aktion bei der Ruhr 2010. Wie sieht Ihr Fazit aus?
Behringhoff In den Einsatz war vor allem der Verkehrsdienst eingebunden. Die Beamten waren zuständig für die Absicherung von Staus und für die Ableitung des Verkehrs ab dem Kreuz Moers-Ost. Insgesamt sieht mein Fazit positiv aus. Alles war friedlich, es hat keine besonderen Vorkommnisse gegeben, es war ein Riesenfest, eine tolle Sache.
Werfen wir einen Blick in die Zukunft. Im Rahmen des dreistreifigen Ausbaus der A 57 wird sich wohl auch etwas im Kreuz Moers ändern?
Behringhoff Normalerweise muss das Autobahnkreuz für dieses Bauprojekt komplett umgebaut werden. Die Parallelfahrbahn zur Hauptfahrbahn muss entweder schmaler gebaut werden, was aber Gefahren mit sich bringt, oder dieser parallele Fahrstreifen wird weggenommen, dann müsste das Kreuz komplett umgebaut werden. Wenn mit den vorhandenen Fahrbahnen geplant wird, muss das Brückenbauwerk verbreitert werden.
Apropos Baustellen: Was kommt im Bereich der Autobahnpolizei Moers auf die Urlaubsreisenden zu?
Behringhoff Wir sind zurzeit von Baustellen vollkommen verschont. Ab August werden Schweißnähte im Inneren der Rheinbrücke im Zuge der A 40 erneuert. Dafür muss jeweils ein Fahrstreifen weggenommen werden. Das Problem ist, dass die Autofahrer die eigentlichen Arbeiten nicht sehen und sich daher wundern werden, warum die Autobahn im Brückenbereich jeweils nur zweistreifig befahrbar ist.
Welche Tipps haben Sie für die Fahrt in den Urlaub?
Behringhoff Das Fahrzeug soll vorher noch einmal von einem Fachmann überprüft und gegebenenfalls repariert werden. Der Wagen darf nicht überladen werden. Die Fahrt sollte ausgeruht und möglichst an den Wochentagen Dienstag bis Donnerstag angetreten werden. Wichtig ist auch, dass ausreichend Pausen eingelegt werden.
Bundesweit sind die Unfallzahlen auf den Autobahnen deutlich zurückgegangen. Wie sieht es hier aus?
Behringhoff Die Zahl der Unfälle ist im Vergleich zu 2009 im Zeitraum Januar bis Juni von 910 auf 917 Unfälle leicht gestiegen. Die Zahl der Unfälle mit Verletzten ist von 94 auf 91 zurückgegangen, und die Zahl der Verletzten ist von 123 auf 132 angestiegen. Wir liegen also nicht im Trend. Für das zweite Halbjahr wird es nach dem Busunfall am 18. Juli mit 26 Verletzten vermutlich einen weiteren Anstieg geben.
Dennoch ist die Zahl der Unfälle im Vergleich zu früheren Jahren auch hier stetig gesunken. Worauf führen Sie das zurück?
Behringhoff Ursachen für diese Entwicklung sind unter anderem die Tatsache, dass die Autofahrer sich in ihrer Fahrweise besser an die Verhältnisse anpassen und die Verbesserung der Technik wie zum Beispiel ABS und ESP. Wirkung zeigen aber auch verstärkte Kontrollen. Die Autofahrer halten sich eher an die Geschwindigkeitsbegrenzung und achten auf den Abstand, wenn sie wissen, dass kontrolliert wird. Hauptunfallursachen sind nach wie vor überhöhte Geschwindigkeit und zu geringer Abstand.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







