Kranenburg: Kranichorden für Grenzgänger
VON JENS HELMUS - zuletzt aktualisiert: 30.01.2012Kranenburg (RP). Beim Prinzenfrühschoppen der "Krunekroane" in Kranenburg wurde dem ehemaligen Klever Museumsleiter Guido de Werd der Kranichorden verliehen: "Für die Pflege und Förderung des europäischen Gedankens".
Ehrungen und Auszeichnungen hat Guido de Werd viele erhalten. Seit rund 40 Jahren steht der Niederländer im Dienste der Stadt Kleve, 34 davon war er Leiter des Museum Kurhauses Kleve, bis er 2010 in Altersteilzeit ging. Trotz aller Verdienste um den Klever Museumsbetrieb – dass er nun auch noch eine Ehrung aus dem Karneval erfahren würde, damit hatte de Werd nicht gerechnet. Die Kranenburger Karnevalsgesellschaft Krunekroane verlieh dem Niederländer gestern im Rahmen des Prinzenfrühschoppens den Kranichorden für grenzüberschreitende Partnerschaft.
"Für die Pflege und Förderung des europäischen Gedankens", steht auf der Urkunde, die Kranenburgs Bürgermeister Günter Steins bei der Verleihung im Bürgerhaus Katharinenhof verlas. Auch wenn im Karneval teilweise mit Orden nur so um sich geworfen wird, ist der Kranichorden eine besondere Auszeichnung. Einmal jährlich wird er verliehen, an eine Person, Gemeinde, einen Verein oder eine Organisation, die sich um den "europäischen Gedanken" in besonderer Weise verdient gemacht hat.
Prinzenfrühschoppen
Die Verleihung des Kranichordens fand im Rahmen des Prinzenfrühschoppens statt. Viele Tollitäten und Vereinsabordnungen aus Nah und Fern, vom Niederrhein und aus den Niederlanden, fanden sich im Bürgerhaus Katharinenhof ein, um gemeinsam mit den Kranenburger Karnevalsfreunden zu feiern.
Ein Gremium, dem neben dem Vereinsvorsitzenden unter anderem der Bürgermeister angehört, sammelt jährlich Vorschläge und kürt den künftigen Preisträger. In diesem Jahr fiel die Wahl auf Guido de Werd, einen Mann, der den europäischen Gedanken und die Überschreitung von Grenzen vorlebt. Zweimal täglich, um genau zu sein. Morgens, wenn er von seinem Wohnort Nijmegen zum Museum in Kleve fährt, und abends, wenn er zurückfährt. Dabei kommt der Preisträger durch eben die Gemeinde, die den "Grenzgänger" nun mit dem Kranichorden ehrte.
"Guido de Werd hat uns die Kunst nähergebracht. Sie haben den Orden verdient", gratulierte Bürgermeister Günter Steins dem neuen Ordensträger. Die Verleihung übernahm die Kranenburger Tollität, Prinz Frank "der Spontane", unterstützt von seinem Funkenmariechen Lisa.
Der Preisträger zeigte sich "dankbar und gerührt" ob der Verleihung der Kranenburger Auszeichnung. "Ich finde immer das, was aus der Gemeinschaft kommt, am schönsten. Deswegen freue ich mich über diese Auszeichnungen ganz besonders", so de Werd. Den Kranenburger Karnevalisten versprach er zudem, beim Frühschoppenzug am 19. Februar dabei zu sein und zukünftig gerne auch die weiteren Veranstaltungen der Krunekroane zu besuchen. Den Weg nach Kranenburg kennt er ja bestens.
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