Kleve: Krankenhaus investiert 35 Millionen Euro
VON STEFAN BARTELS - zuletzt aktualisiert: 08.02.2011 - 11:33Kleve (RPO). Erst die Klever Unterstadt, in der 30 Millionen Euro verbaut werden, jetzt das St.-Antonius-Hospital, das in die Zukunft investiert: Ende des Jahres soll der Neubau eines modernen Bettenhauses starten. Zudem stehen Umstrukturierungen innerhalb des Verbundes Katholische Kliniken an.
Der Aufsichtsrat der Katholischen Kliniken im Kreis Kleve (KKiKK) hat drei zukunftsweisende Entscheidungen getroffen. Hauptgeschäftsführer Dr. Peter Enders verkündete gestern, dass rund 35 Millionen Euro in den Neubau eines modernen Bettenhauses am Klever St.-Antonius-Hospital investiert werden. Zudem zieht im Rahmen von Umstrukturierungsmaßnahmen die Klinik für Gynäkologie / Geburtshilfe und Senologie am Wilhelm-Anton-Hospital in Goch nach Kleve. Gleichzeitig wird die Unfallchirurgie aus der Schwanenstadt nach Goch verlagert.
Standort unklar
Nach Angaben von Enders hat es in den vergangenen Jahren massive Beschwerden von Patienten über den Zustand der Stationen gegeben. Die Substanz der bislang genutzten Gebäude stammt überwiegend aus den 50er Jahren. Erste Gespräche zwischen der KKiKK-Geschäftsführung und der Stadt Kleve wurden bereits geführt. Der Zeitplan sieht vor, dass bis Ostern eine Baugenehmigung vorliegt, spätestens zum Ende des Jahres soll der erste Spatenstich erfolgen. "Wir sind zuversichtlich, dass wir mit der Baumaßnahme die Arbeitsabläufe verbessern und eine höhere Effizienz erzielen können", so Enders. Die Finanzierung erfolge durch Eigenkapital und Kredite, zudem würden Fördergelder beansprucht.
Katholische Kliniken
Verbund Die katholischen Kliniken im Kreis Kleve (KKiKK) umfassen fünf Häuser: St.-Antonius-Hospital in Kleve, Wilhelm-Anton-Hospital in Goch, Marienhospital in Kevelaer, St. Nikolaus-Hospital Kalkar und das Brustzentrum Linker Niederrhein in Moers und Goch.
Beschäftigte 2500 Mitarbeiter im ärztlichen Dienst, im Pflege- und Funktionsdienst sowie im sozialen, technischen, hauswirtschaftlichen und Verwaltungsbereich.
Finanzen Rund 150 Millionen Euro Umsatz im vergangenen Jahr.
Allerdings bleibt zunächst offen, an welcher Stelle der Neubau entsteht. Laut Enders gibt es mehrere Optionen, darunter ein Standort in der Parkanlage. Sicher ist, dass die Anzahl der zur Verfügung stehenden Betten mit 367 gleich bleibt. Die Ausstattung der Zimmer wird modernsten Standards entsprechen. Weitere Details sollen in den kommenden Tagen abschließend geklärt werden, sobald der Entwurf des renommierten Architektenbüros TMK aus Düsseldorf vorliegt.
Enders betonte, dass "auf keinen Fall" Mitarbeiter entlassen werden. Lediglich bei Nachtwachen seien Kürzungen durch die Zusammenlegung von Stationen wahrscheinlich. Auch im Zusammenhang mit dem Umzug der Gynäkologie / Geburtshilfe von Goch nach Kleve und der in die entgegengesetzte Richtung geplanten Verlagerung der Unfallchirurgie werde es keine Stellenstreichungen geben. "Dezentral arbeitende Abteilungen sind nicht mehr zeitgemäß", rechtfertigt Enders die Maßnahme, von der jeweils 20 bis 30 Mitarbeiter betroffen seien. Man verspreche sich "Synergieeffekte" und wolle "Parallelstrukturen" zusammenführen.
Insgesamt sieht Enders das St.-Antonius-Hospital gut aufgestellt. Ob in den kommenden Jahren weiter investiert wird, wollte er nicht ausschließen. Man könne heute nicht absehen, welche Rahmenbedingungen in fünf Jahren vorliegen.
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