Kreis Kleve: Kreis übernimmt Anteile des Airports
zuletzt aktualisiert: 07.01.2012Kreis Kleve (RP). Der Kreis Kleve wird Anteilseigner des Flughafens Weeze. Wie sich schon im Frühjahr abzeichnete, kann der Flughafen die Zinsen für seine Kredite nicht zurückzahlen. Damit gehen Anteile des Airports auf den Kreis über.
Bislang gab es nur eine Beteiligung in Höhe von 0,04 Prozent. Die Politik hatte einer Stundung der Zinszahlung bis Jahresende 2011 mehrheitlich zugestimmt. Die Frist ist abgelaufen, ohne dass der Airport die ausstehende Summe von 1,4 Millionen Euro aufbringen konnte.
Was jetzt? "Die Beschlusslage ist ja klar", sagt Eduard Großkämper, der Sprecher des Kreises. Da der Vertrag aber nicht-öffentlich verhandelt wurde, dürfe er über das konkrete weitere Vorgehen nichts sagen. Eindeutig sei, dass der Kreis der Option zur Übernahme von Anteilen zugestimmt habe, soweit der Flughafen seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen könne. Das gilt nicht nur für 2011, sondern für jedes weitere Jahr bis 2016 (Ende der Kreditlaufzeit). Eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft müsse nun den aktuellen Wert des Airport ermitteln – danach berechnet sich die Anzahl der Anteile. "Für den Kreis ändert sich dadurch nicht viel. Weitreichende Rechte – etwa, indem wir den Geschäftsführer des Flughafens bestimmen – haben wir ja schon jetzt." Zwei der fünf Aufsichtsrats-Posten haben Landrat Wolfgang Spreen und Bürgermeister Ulrich Francken inne. Großkämper betont, der Kreis stehe weiterhin uneingeschränkt zum Flughafen in Weeze und zu dessen Geschäftsführer Ludger van Bebber.
Der sagte auf Anfrage der RP, für den Airport sei die Entwicklung unbefriedigend, die Schuld trage aber die Politik. Bekanntlich ist durch die Einführung der Flugverkehrsabgabe und das verminderte Engagement der Airlines, allen voran Ryanair, das Betriebsergebnis des Flughafens deutlich geschrumpft. "Mit diesem Bleigewicht auf dem Rücken können wir uns natürlich nicht so entwickeln wie in den Jahren 2009 und 2010", sagt er. Zurzeit seien die Zinszahlungen nicht leistbar. Er rechne nicht damit, dass die Wirtschaftsprüfer den Airport besonders schlecht bewerteten, denn in die Betrachtung würden langfristige Aspekte einbezogen – die Substanz ebenso wie die angenommene Ertragskraft in der Zukunft.
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