Kreis Kleve: Kreisbauernschaft: Arbeitspätze in Gefahr
zuletzt aktualisiert: 06.08.2010 - 16:04„Ich halte es für einen Irrsinn, dass Aldi, Lidl und Co. schon wieder die Preise senken!“ Mit diesen Worten hat der Vorsitzende der Kreisbauernschaft Kleve, Josef Peters, die Rabattschlacht der Discounter kritisiert, die in dieser Woche mit der siebten Welle von Preissenkungen um bis zu 30 Prozent fortgesetzt wird.
Der Anteil der Ausgaben für Nahrungsmittel an den gesamten Konsumausgaben nehme seit Jahren ab. „Wenn dieser Trend so weiter geht, verlieren Lebensmittel immer mehr ihren Wert und auch die Arbeit, die dahinter steckt“, meint der Vorsitzende.
„Dabei stehen die Verbraucher durchaus in einem Widerspruch zwischen ihren Moralvorstellungen und ihrem Streben nach günstigen Preisen“, sagt Josef Peters. Dies habe erst kürzlich eine Untersuchung des Instituts für Handelsforschung (IFH) an der Universität Köln gezeigt. Für 78,4 Prozent der Verbraucher sei es laut der Studie wichtig, dass die Umweltverträglichkeit und soziale Standards bei der Herstellung von Lebensmitteln eingehalten werden. „Und das machen die Landwirte aus unserer Region: Sie wirtschaften unter hohen Umweltschutz-, Tierschutz und Sozialstandards“, sagt Peters und verweist auf die Leistungen, die Verbraucher von den Landwirten in der Kreisbauernschaft Kleve erhalten: „Wenn die Verbraucher auf ihren Teller schauen, finden sie qualitativ hochwertige und kontrollierte Lebensmittel darauf. Wenn sie mit dem Fahrrad einen Ausflug in die Natur machen, sehen die Äcker, Weiden und Wälder gepflegt aus. Wenn sie in so manche Steckdose hineinschauen könnten, würden sie Energie aus Fotovoltaik, Wind oder Biomasse fließen sehen.“
Von einem Euro Verbraucherausgaben für Nahrungsmittel erhält der Landwirt heute nur noch 23 Cent. Damit entfallen im Durchschnitt nur 22,6 Prozent der Verbraucherausgaben als Verkaufserlöse an den Erzeuger. In den 1970er Jahr war der Anteil noch doppelt so hoch. „Wenn sich diese Entwicklung fortsetzt und die Erzeugerpreise weiter sinken, werden noch mehr Arbeitsplätze im ländlichen Raum vernichtet“, befürchtet der Vorsitzende und appelliert an Verbraucher, Erzeugnisse aus der Region zu kaufen, um die heimische Landwirtschaft zu unterstützen.
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