Kleve: Kreispolizei startet neues Fahrradcodierungsystem
VON ANNA GRUTZA - zuletzt aktualisiert: 06.11.2008Kleve (RPO). Auf einmal steht man da, das Fahrrad weg, die Fahrradpapiere verlegt – und der Dieb ist über alle Berge. Für die meisten ist dieser unangenehme Fall nur kostspielig, denn im schlimmsten Fall fehlt sogar die Fahrradversicherung.
Jährlich werden im Kreis Kleve mehr als 3000 Fahrräder gestohlen, ein Massendelikt, dem die Kreispolizeibehörde Kleve mit einem neuen Codierungssystem entgegentreten will. Bisweilen war es nur sehr mühselig, sein Fahrrad bei der Polizei codieren zu lassen.
Neben den möglichen Schäden, die während der Gravur entstehen konnten, musste sich der Bürger auf eine lange Warteschlange vor der Polizeidienststelle gefasst machen. Termine für eine polizeiliche Fahrradcodierung gab es nur selten, ein bis zwei Mal im Monat. Auch diesem Problem will das neue Codierungssystem der Polizei nun gegensteuern.
Pilotprojekt
Die Polizeiinspektion Süd gab den Startschuss für dieses Pilotprojekt. Seit 2005 ist die Polizei intensiv im Einsatz gegen Fahrraddiebe. Durch Bürgerumfragen, vermehrte Kontrollen und Zentralisierung der Sachbearbeitung konnten die Diebstähle innerhalb der letzten vier Jahre um 250 Fälle verringert werden und eine Aufklärungsrate von 15,3 Prozent erzielt werden.
Nächster Schritt ist nun, eine zentrale Fahrradhalterdatei und eine neue Form der Codierung einzurichten. Zukünftig erfolgt die Codierung der Räder mittels eines Sicherheitsetiketts, das als Aufkleber auf den Fahrradrahmen aufgetragen wird. Dieses Etikett ist mit einer fortlaufenden KLE-Kennung, einem Strichcode sowie dem Polizeilogo versehen und soll laut Hersteller witterungsbeständig sein, ähnlich einer TÜV-Plakette.
Hinzu kommt eine neue Datenbank, mit der die Daten des Fahrrades und des jeweiligen Fahrradbesitzers mit dessen Einverständnis genau erfasst werden. Mit einem Fahrradpass werden die Daten aufgenommen. Den Pass erhält der Fahrradbesitzer zunächst an jeder Polizeidienststelle von Wachtendonk bis Goch oder über die Internetseite der Kreispolizeibehörde Kleve unter www.polizei-kleve.de.
Mit diesem System kann nun ein Fahrrad einfach auch nur anhand seiner Farbe identifiziert werden. Die Polizei erwartet damit einen Rückgang der Diebstähle. „Wenn die Bürger mitmachen, haben wir eine Chance dagegen zu steuern“, sagt Wolfgang Packmohr, Leiter der Polizeiinspektion Süd.
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