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Kleve: Kurhaus-Bau wird teurer

VON PETER JANSSEN - zuletzt aktualisiert: 29.11.2010 - 10:23

Kleve (RPO). Die Deckelung der Kosten fürs Museum durch den Rat auf 3,365 Millionen Euro reicht offenbar nicht mehr aus. Kämmerer Haas hat die Fraktionen des Stadtrates bereits informiert. Guido de Werd: Kontakt mit Land aufnehmen.

Die Kosten für den Um- und Neubau des Museum Kurhaus Kleve mit der Erweiterung und der Sanierung des alten Friedrich-Wilhelm-Bades steigen. Nachdem, wie berichtet, schon eine Deckelung vom Klever Rat auf 3,365 Millionen Euro im Februar erfolgt war, wird dieses Budget ebenfalls offenkundig nicht ausreichen, um die Maßnahmen umzusetzen.

"Anpassungsarbeiten"

Kleves Stadtkämmerer Willibrord Haas hat, wie die RP aus Politik-Kreisen erfuhr, die Fraktionen darüber informiert, dass es zu weiteren, nicht unerheblichen Kostensteigerungen kommen wird. So sollen alleine etwa 450 000 Euro Mehrkosten durch "Anpassungsarbeiten" benötigt werden. Zu dem Punkt gehört etwa die Brandschutzanlage, die vom bestehenden Teil des Museums nicht problemlos in den Neubau integriert werden kann. Daniel Rütter, Fraktionschef der FDP im Klever Rat, bestätigt der RP den Betrag der Mehrkosten: "Wir sind darüber von der Verwaltung informiert worden." Ein weiteres Problem ist die Stabilisierung des Berghangs. Auch hier werden weitere höhere Aufwendungen zu Buche schlagen. Jedoch könne man noch nicht genau beziffern, wie hoch der Betrag sein wird, so Rütter im Gespräch mit der RP. Der nicht ohne Grund darauf verweist, dass die Liberalen damals zwar für die Renovierung des ehemaligen Stadtarchivs gestimmt hatten, aber gegen den Erweiterungsbau, der jetzt in einem nicht unerheblichen Maße zu Buche schlägt. "Hätte man damals auf den Neubau verzichtet, wäre uns einiges erspart geblieben", sagt Rütter.

Info

Kosten fürs Kurhaus

Ursprünglich waren drei Millionen Euro für den Um- und Erweiterungsbau des Museum Kurhaus vorgesehen. Diese verteilten sich auf das Land NRW, das 1,5 Millionen Euro tragen will, 500 000 Euro steuert der Freundeskreis bei, 200 000 Euro sollen aus Stiftungen akquiriert werden, 800000 Euro trägt die Stadt Kleve. Die zuletzt aktuellen Baukosten von 3,365 Millionen Euro hatte der Rat der Stadt Kleve genehmigt.

CDU-Fraktionschef Udo Janssen sagt zu dem Thema: "Dass es Kostensteigerungen gibt, ist unstrittig. Es geht jetzt auch darum, zu ergründen, wo diese herkommen. Ob es an der anziehenden Wirtschaft liegt und somit reine Preissteigerungen sind, oder ob hier Planungsmängel vorliegen, das wird in der Verwaltung geprüft und das warten wir ab." Das Problem der Hanglage ist Janssen durchaus bewusst: "Dass es kein leichtes Unterfangen ist, den Bau vor dem Berg zu sichern, liegt auf der Hand."

Im Herbst 2011 soll das Klever Vorzeigeobjekt mit seinen neuen Räumen eröffnet werden. Doch offenbar sind bis dahin noch einige Hürden zu nehmen. Diskutiert wird derzeit ebenfalls, ob der Zeitrahmen für die Erweiterung des Museums Kurhaus und die Sanierung des alten Friedrich-Wilhelm-Bades eingehalten werden kann. Als eine Möglichkeit, die veränderte Kalkulation in den Griff zu bekommen, wird auch nachgedacht, das Projekt zu "strecken". Das bedeutet, dass die Aufwendungen auf mehrere Jahre verteilt würden.

Klaus Hommel, Vorsitzender des Freundeskreises Museum Kurhaus und Koekkoek-Haus, wusste gestern nichts von der Entwicklung: "Falls es da nennenswerte Änderungen gibt, wäre ich froh, wenn die Stadt mich zeitnah informieren würde. Der Freundeskreis leistet schließlich keinen unerheblichen Beitrag zu dem Projekt. Es wäre ein nicht befriedigender Zustand, sollte es zu extremen Verzögerungen kommen, die über das normale Maß bei einem Projekt dieser Größenordnung hinausgehen."

Senior-Kurator und Ex-Museumschef Drs. Guido de Werd sagte gestern: "Es ist nun dringend nötig, dass die Stadt mit der Landesregierung Kontakt aufnimmt wegen einer Beteiligung an den Mehrkosten. An einer Verzögerung kann wirklich niemand interessiert sein, weil sonst alles teurer würde."

Quelle: RP

 
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