Kreis Kleve: „Laberfest“ sein reicht nicht
VON KERSTIN OLAÑETA - zuletzt aktualisiert: 08.02.2007Kreis Kleve (RPO). Lena Hanenberg, das DSDS-Supersternchen aus dem vergangenen Jahr, macht zurzeit
ein Schülerpraktikum bei Antenne Niederrhein. Vielleicht ist’s ja der Auftakt zur großen Radio-Karriere.Drauf los reden, sagt Lena Hanenberg, könne sie ganz gut, „ganz so, wie mir das Mundwerk gewachsen ist und ohne Hemmungen“, weiß das Supersternchen von „Deutschland sucht den Superstar 2006“ aus eigener Erfahrung. Allerdings hat sie in den vergangenen zwei Wochen als Schülerpraktikantin bei Antenne Niederrhein gelernt, dass man mit dieser Gabe allein beim Radio nicht allzu weit kommt: „Jede Moderation wird, bevor sie übers Mikro geht, schriftlich fixiert“, berichtet die 17-Jährige aus Kevelaer-Wetten.
Jahrelange Erfahrung
Von wegen also, Radio machen könne jeder, der ein bisschen „laberfest“ ist. Wer wirklich spontan sein wolle, der müsse schon über jahrelange Erfahrung in der Branche verfügen. Eigentlich wollte Lena – in ihrem Leben vor DSDS – Innenarchitektur studieren. „Aber das ist jetzt überhaupt nicht mehr aktuell“, sagt die Gymnasiastin und schüttelt ihren Blondschopf. Sängerin, das sei für sie sehr wohl noch eine Option – „jedoch versteife ich mich nicht darauf“. Indes, Rundfunk-Redakteurin, das wäre doch etwas.
Schülerpraktikum
Kontakt Wer sich für ein Schüler- oder Jahrespraktikum bei Antenne Niederrhein interessiert, der melde sich bei der Redaktionssekretärin Johanna Kempkes, Telefon 0 28 21/722 710.
Vorgeschichte Lena Hanenberg war am 21. Januar 2006 aus der dritten von zehn DSDS-Mottoshows heraus gewählt worden. Damit hatte sie den achten Platz belegt.
„Nachdem ich vor einem Jahr aus einer der DSDS-Mottoshows geflogen war, durfte ich schon einmal in das Geschehen bei Antenne hinein schnuppern“, erzählt Lena. Sie habe sogar die Chance gehabt, live zu singen und den Wetterbericht vorzulesen. „Damals bot der Chefredakteur Tommi Bollmann mir an, ich könne jederzeit wiederkommen – und hier bin ich nun.“ Zu Lenas Aufgaben gehören, wie im Übrigen generell zu den Aufgaben von Schülerpraktikanten bei Antenne Niederrhein, Umfragen zu machen, O-Töne zu schneiden, im Internet zu recherchieren, Musik in den Computer einzugeben und Veranstaltungs-Ankündigungen radiotauglich umzuformulieren. „Man gab mir den Tipp: ‚Schreib’ doch einfach so, als wenn du dich normal unterhieltest’“, sagt Lena. Klinge ganz schön leicht, „ist aber eine Riesen-Herausforderung.“ Zum Glück seien die Antenne-Mitarbeiter alle „total nett“ und stünden dem Radio-Nachwuchs zur Seite, wenn die Formulierungen mal nicht ganz so glatt fluppten.
Lenas Leben hat sich nach DSDS übrigens nicht großartig geändert. In der Schule habe sie prima aufgeholt, „sogar in meinen Problemfächern Mathe und Französisch“, erzählt Lena stolz. Dank der Nachhilfe stehe sie dort jeweils „befriedigend“.
Ihre Clique sei immer noch die alte: „Auch wenn ich bei DSDS mitgemacht und es recht weit geschafft habe, das ist für mich noch lange kein Grund, mit meinen Freunden zu brechen.“ Ob nun auf der Straße hinter ihrem Rücken getuschelt wird oder man sie hin und wieder noch erkennt und gar das Foto-Handy zückt, ist Lena ziemlich egal: „Mein Leben spielt sich hier im Kreis Kleve ab – meine Familie, die Freunde und die Schule sind mir wichtig.“ Alles andere komme später. Vielleicht ja auch die große Radio-Karriere.