Kleve-Rindern: Ländliche Familienberatung
VON WERNER STALDER - zuletzt aktualisiert: 17.04.2008Kleve-Rindern (RPO). 15 Bauern und Bäuerinnen haben jetzt ihre Grundausbildung zu ländlichen Familienberatern beendet. Aus diesem Anlass wurde auf der Wasserburg Rindern ein entsprechender Verein gegründet.
Es lag eine gewisse Spannung in der Luft, als die neuen Familienberater eine Konfliktsituation nachspielten: Ein älterer Betriebsleiter und seine Frau harren auf Beständigkeit, während der Jungbauer und seine Freundin eine Veränderung des Betriebes anstreben. Da kommt es zu einem klassischen Erstkontakt mit einer ländlichen Familienberaterin und einem Familienberater. Beide loben, hören zu, greifen Konflikte auf, fühlen mit den Betroffenen mit.
Den Knoten lösen
Drei Wochen später ist schon viel passiert. 15 Bauern und Bäuerinnen haben ihre Grundausbildung zu ländlichen Familienberatern beendet. Jetzt wurde auf der Wasserburg Rindern der Verein „Ländliche Familienberatung im Bistum Münster“ gegründet. Das neue Beratungsangebot richtet sich an bäuerliche Familien in Krisensituationen, innerhalb der Familie, bei Partnerschaftsproblemen, Generationskonflikten, Hofübergaben und ähnlichem. Ziel ist es, durch Begleitung der Familien vor Ort Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten und den Familien bei der Erarbeitung eigener Lösungswege behilflich zu sein. Oft hilft schon die Anwesenheit neutraler, vertrauenswürdiger Personen, um bei Konflikten in der Familie den Knoten zu lösen und alle Beteiligten zu Wort kommen zu lassen.
Der Direktor der Wasserburg Rindern, Dr. Kurt Kreiten, konnte namhafte Gäste begrüßen und verwies auf den „Runden Tisch – Landpastoral“, der sich mit dem Projekt „Ländliche Familienberatung“ erfolgreich beweisen konnte. Der neue Vorsitzende des Vereins „Ländliche Familienberatung im Bistum Münster“, Carsten W. Franken, Diözesanpräses der Kath. Landvolk- und Landjugendbewegung im Bistum Münster, nannte die Sorgen, Nöte und Ängste der Menschen und wünschte ihnen nach dem Wort Jesu: „Dass sie das Leben haben und es in Fülle haben“. Die Ausbilderin, Helga Rolfes, sagte, die Grundausbildung sei in 108 Unterrichtsstunden in diesem Winter in der LVHS Freckenhorst und in der Wasserburg Rindern durchgeführt worden. „Dabei wurden eure Lebensbilder lebendig, auf diesem Fundament beruhte die Ausbildung“, hob sie hervor. Die Familienberater seien wie ein Edelstein, den sie jedem Teilnehmer übergab, das kostbarste Gut des neu gegründeten Vereins. „Guter Rat ist teuer“, meinte der Leiter der Hauptabteilung Seelsorge des Bischöflichen Generalvikariates Münster, Domvikar Stefan Sühling. Er überreichte den neuen Beratern ihre Ausbildungszertifikate und wünschte gutes Gelingen in ihrer wichtigen Aufgabe. Grußworte sprach ein Vertreter vom Vorstand der Bundesarbeitsgemeinschaft landwirtschaftliche Familienberatungen und Sorgentelefone.
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