Kleve: Landwirten fehlen die Erntehelfer
zuletzt aktualisiert: 22.07.2008Kleve (RPO). Die Ernte von Obst und Gemüse erfordert viel Handarbeit. Die Sonderkulturbetriebe sind daher auf Erntehelfer angewiesen. „In diesem Jahr haben viele Betriebe in der Kreisbauernschaft Kleve wieder große Schwierigkeiten, genügend Erntehelfer zu bekommen“, erklärt Josef Peters, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Kleve. Ein Großteil der Erntehelfer bliebe einfach aus.
In mehreren Betrieben in der Kreisbauernschaft Kleve seien bis zu 30 Prozent oder mehr der beantragten ausländischen Erntehelfer nicht erschienen und viele seien vor Beendigung der Ernte abgereist. In einigen Erdbeerbetrieben hätte auf Grund der fehlenden Erntehelfer sogar teilweise nicht die ganze Ernte eingebracht werden können, betont Josef Peters.
Polen kommen nicht mehr
„In diesem Jahr sind insbesondere die polnischen Saisonarbeitskräfte, die in der Vergangenheit den Löwenanteil der Erntehelfer hier bei uns im Kreis gestellt haben, ausgeblieben“, berichtet Landwirt Josef Peters. Die Ursachen für das Fehlen dieser Erntehelfer seien vielfältig. So nutzten insbesondere viele polnische Saisonarbeitskräfte inzwischen die Möglichkeit zur langfristigen Beschäftigung in benachbarten EU-Ländern, wo zumindest auf dem Papier höhere Löhne gezahlt würden. Außerdem habe sich die wirtschaftliche Lage in Polen erheblich verbessert, so dass polnische Arbeitgeber ihre Mitarbeiter nicht mehr für eine Saisontätigkeit in Deutschland freistellten. Gleichzeitig würden inzwischen in Polen Löhne gezahlt, die vergleichbar mit den hiesigen Bezahlungen für Erntehelfer seien. Darüber hinaus habe der polnische Zloty gegenüber dem Euro enorm an Wert zugenommen und für polnische Erntehelfer bestehe daher kein Anreiz mehr, eine Beschäftigung in Deutschland aufzunehmen, argumentiert Josef Peters.
Obst und Gemüse
Die Obst- und Gemüsebaubetriebe im Kreis Kleve benötigten jedoch unbedingt genügend Erntehelfer und daher müssten nun dringend Lösungen her. „Eine Ausweitung der maximalen Beschäftigungsdauer von bislang vier Monate auf neun Monate muss ermöglicht werden“, fordert Josef Peters. Viele Erntehelfer blieben auf Grund der geringen Beschäftigungsdauer aus und wanderten in andere Länder ab. Durch die Ausweitung der Beschäftigungsdauer könne Deutschland als Arbeitsland wieder attraktiver werden. Erforderlich sei neben einer Ausweitung der Beschäftigungsdauer aber auch die Erweiterung der Vermittlungsabsprachen. Es müssten so schnell wie möglich Vermittlungsabsprachen mit anderen Staaten außerhalb der EU – wie Moldawien, Weißrussland und der Ukraine – erreicht werden, fordert Peters für die Gemüse- und Obstbauern der Kreisbauernschaft Kleve. Wenn nicht endlich entsprechende Lösungen erfolgten, seien auch viele ganzjährige Arbeitsplätze auf den Obst- und Gemüsebaubetrieben im Kreis Kleve gefährdet.
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