Kreis Kleve: Lehrer müssen Entertainer sein
zuletzt aktualisiert: 06.10.2006Kreis Kleve (RPO). Seit 1994 wird von der UNESCO der 5. Oktober den Lehrern gewidmet und keiner merkt´s. Doch eins ist mehr denn je bewusst: Um das Image des Pädagogen steht es nicht gut. RP-Mitarbeiterin Julia Lörcks sprach am gestrigen Weltlehrertag mit Bruno Schmitz, mit Leib und Seele Kabarettist, Kulturmanager und (!) gelernter Grund- und Hauptschullehrer!
Warum haben Sie sich damals für den Beruf des Pädagogen entschieden?
Bruno Schmitz Das hatte mehrere Gründe: Zum einen war der Lehrerberuf gern gesehen, zum anderen gab es enormen Lehrermangel. Zudem hatte ich die Illusion über die Schule gesellschaftliche Inhalte zu vermitteln und mich für eine gerechtere Gesellschaft einzusetzen. Ein Stück Idealismus, wie Sie hören. Na ja, und ich stehe liebendgern vor Menschen, hatte somit täglich fünf Auftritte in der Schule. Allerdings ohne Applaus! 1985 habe ich der Schule dann den Rücken gekehrt und mich für das Kabarett enschieden.
Und jetzt?
Schmitz Jetzt habe ich Auftritte mit anschließenden Applaus und die Leute zahlen auch noch dafür! Das soll nicht heißen, dass ich meinen Lehrerberuf nicht gerne ausgeübt habe. Meine Schüler mochten mich, ich war wie ihr großer Bruder. Ich hatte lange Haare, einen Bart und habe meine Gitarre mit in den Unterricht gebracht. Die Schüler mochten das, nur die Kollegen hatten damit Schwierigkeiten.
Was muss ein Lehrer heutzutage können?
Schmitz Lehrer müssen Entertainer sein! Sie müssen so gut in ihrem Job sein, wie Gottschalk es im Showgeschäft ist. Lehrer müssen Schüler interessieren, fesseln und bändigen können. Doch den meisten Lehrern fehlt es an Motivation. Schon früher hieß es: „Ach Bru(n)no, bloß kein Nachmittagsunterricht. Da spiel´ ich Tennis“. Das ist nichts für mich. Es gibt super Lehrer, keine Frage, aber nicht in der Mehrheit!
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