Bedburg-Hau: LVR-Klinik: Feuerteufel ist unterwegs
VON MATTHIAS GRASS - zuletzt aktualisiert: 25.01.2010 - 18:00In zehn Tagen zwei große Einsätze in den Rheinischen Kliniken Bedburg-Hau: Beide Male ermittelt die Kriminalpolizei wegen Brandstiftung. Und: Bereits im vergangenen Jahr war es auf dem Klinikgelände zu Dachstuhlbränden gekommen, sagt Feuerwehrsprecher Michael Hendricks.
Sonntag musste die Wehr wieder ausrücken: Gegen 14.30 Uhr gab‘s Alarm für die Freiwillige Feuerwehr Bedburg-Hau. Wie schon beim Einsatz vor zehn Tagen bemerkte ein Spaziergänger eine unklare Rauchentwicklung in einem leerstehenden Gebäude in der Nähe der alten Bäckerei auf dem Klinikgelände. Er alarmierte sofort die Feuerwehr, sagt Hendricks.
Starker Rauch
Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte aus Hau und Qualburg drang starker Rauch aus dem ersten Obergeschoß. „Sofort wurde mit dem Innenangriff unter schwerem Atemschutz und mit C-Rohren begonnen”, schildert Hendricks den Einsatz. Da durch die starke Rauchentwicklung der Brandherd zunächst nicht offensichtlich war, wurden zur Verstärkung weitere Einheiten aus Hasselt und Schneppenbaum sowie der Atemschutzgerätewagen des Kreises Kleve zur Einsatzstelle alarmiert.
Die Polizei hat noch keine Hinweise auf Brandstifter. „Wir können auch nicht sagen, ob es immer der gleiche ist, auch nicht, ob es vorsätzliche Brandstiftung ist”, sagt Polizeisprecher Heinz van Baal.
Immer mehr Gebäude stehen auf dem Klinik-Gelände leer, während sich die Vermarktung in die Länge zieht.
Nachdem die Feuerwehrleute den Brandherd ausgemacht hatten, begannen sie sofort mit der Brandbekämpfung von mehreren Seiten des Gebäudes. „Dadurch blieb der Hauptschadensbereich auf wenige Räume im mittleren Bereich des Gebäudes beschränkt”, zieht Hendricks ein erstes Fazit. Die Blauröcke konnten nicht verhindern, dass die gesamte Etage durch den Brandrauch erheblich beschädigt wurde. Um das Gebäude abschliessend vom Rauch zu befreien, wurden mehrere Hochleistungslüfter eingesetzt. Der Einsatz dauerte mehr als zwei Stunden, insgesamt 40 Einsatzkräfte sowie der Rettungsdienst aus Kleve waren unter der Leitung der Gemeindebrandinspektoren Josef Ingenhaag und Stefan Veldmeijer vor Ort. Verletzt wurde niemand. Vermutlich sind die Brandstifter, so gestern die Polizei, durch ein Fenster im Erdgeschoss eingestiegen.
Mehr Sicherheit
„Wir werden uns weitere Gedanken darüber machen müssen, wie wir für mehr Sicherheit sorgen können”, sagt Edger Seeber, stellvertretender kaufmännischer Direktor der LVR-Kliniken Bedburg-Hau. Allerdings sei das Gelände der Klinken offen, so dass jeder hinein könne. Zu den Gebäuden verschafften sich die Eindringlinge gewaltsam Zutritt. „Wir stellen immer Strafanzeige”, so Seeber.
Bürgermeister Peter Driessen sieht die Brandstiftungen mit Sorge: „Da ist wohl ein Feuerteufel unterwegs da muss etwas passieren.” Vor allem mit Blick auf die Vermarktung der leerstehenden Häuser. „So etwas kann auch Investoren abschrecken”, weiß Driessen. Und die gibt‘s seit der Finanzkrise auch nicht mehr en gros...
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