Goch: Marke Eigenbau
VON GABRIELE KRAFFT - zuletzt aktualisiert: 13.01.2011Goch (RPO). "Selbstgebautes von damals bis heute" zeigen die Eisenbahnfreunde Goch-Kleve bei ihrer nächsten Ausstellung. Die ist wieder mit einer Tauschbörse gekoppelt und findet am kommenden Sonntag im Gocher Clubheim statt.
Fortschritt lässt sich nicht aufhalten, noch nicht mal durch die Modelleisenbahn. Und so hat längst industrielle Ware die selbstgebaute Drehscheibe aus Sperrholz oder den liebevoll gestalteten Bahnübergang abgelöst. Was sich vom geschickten Bastler alles gestalten lässt, davon gibt die Ausstellung im Clubheim an der Gocher Benzstraße einen kleinen Eindruck.
Laubsägearbeiten
"Uropa hatte schon wochenlang vor Weihnachten mit der Laubsäge aus Sperrholz die tollsten Sachen für Opa's Spielzeugeisenbahn gebaut, die dann offiziell das Christkind brachte", erzählt Georg Heinz, Schriftführer der Eisenbahnfreunde Goch-Kleve (EFGK). "Heimlich und leise schaffte er dann kurz vor der Bescherung die Laubsägearbeiten ins Wohnzimmer unter den Baum, um seinen Kindern eine Freude zu machen. Einige Jahre später freute sich Opa dann über die kleine Dolomitenkapelle aus Plastik von Faller, die in den sechziger Jahren auf keinem Modellgebirge fehlen durfte."
Termin
Wer Die Eisenbahnfreunde Goch-Kleve.
Was Ausstellung mit Tauschbörse.
Wann Sonntag, 16. Januar, 11 bis 16 Uhr.
Wo Clubheim an der Benzstraße 24 in Goch.
Fragesteller und aktiv Interessierte sind auch an den Clubabenden jeden Dienstag ab 20 Uhr zum Reinschnuppern willkommen, Kinder und Jugendliche ab 18 Uhr. Weitere Informationen im Internet unter www.efgk.cabanova.de.
Die modernen Teile kamen an, zunächst wegen der besseren Optik. Aber es war auch bequemer, schließlich nahmen Anlagenteile aus eigener Produktion viel Zeit in Anspruch. "Die Entwicklung von mechanischem und elektrischem Spielzeug erlaubte es nur noch sehr versierten Tüftlern, Modellbau den gestiegenen Ansprüchen entsprechend im Eigenbau zu betreiben", so Heinz weiter. "Nur Wenige schafften es, gänzlich Neues wie digitale Steuerungen aus der Industrie in die Modellbahn einzubauen. So etwas gab wiederum den Modellbahnfirmen den nächsten Schub, der die normalen Selbstbauer wieder etwas altmodischer aussehen ließ."
Flinke Finger
Erstaunlich und für die alten Modellbahnhasen manchmal erschreckend wirke der lockere Umgang der Kinder und Jugendlichen mit der neuen Technik. "Deren flinke Finger huschen unbekümmert über die Tasten der Lokmaus, und schon pfeift und zischt die Dampflok aus dem Modellbahnhof."
Doch bei allem technischen Fortschritt sei "die gute alte Bastelei" nicht zum Aussterben verurteilt. "Erstaunlicherweise freuen sich die Nachwuchsbahner der EFGK trotz aller Computer und Playstations immer noch darüber, wenn sie etwas selbst mit Säge, Feile, Leim und Farbe erschaffen."
Besucher der Ausstellung können sich deshalb auf einige Schätzchen freuen, von besagter Drehscheibe bis zum Schiebemodell aus Sperrholz, Blech und Draht. Anlagenbetrieb und Schnäppchen runden das Angebot ab. Auch der Lokdoktor hält seine Sprechstunde ab und hilft mit Rat und Tat.
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