Kalkar: Markt: Stolperfallen beseitigen
VON LUDGER DISTELKAMP - zuletzt aktualisiert: 15.11.2010 - 11:43Kalkar (RPO). Der SPD-Fraktionsvorsitzende Jochem Reinkens fordert: Das Rheinkieselpflaster auf dem Marktplatz in Kalkar muss verfestigt werden. Das Geld für dieses Projekt soll bei der Bundesstelle Denkmalschutz beantragt werden.
Die Gestaltung des Marktplatzes ist mit dem Bau einer barrierefreien Zone entlang der Gastronomiemeile von der Kesselstraße bis zur Grabenstraße noch nicht beendet. Diese Auffassung vertritt der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Kalkarer Rat, Jochem Reinkens, in einem Gespräch mit der RP. Er fordert, das historische Gelände zu sanieren. Das Pflaster soll verfestigt und eben werden, um die Stolperfallen vor dem Rathaus zu beseitigen. Das Rheinkieselpflaster bleibt jedoch erhalten, weil der Marktplatz ein Bodendenkmal ist, sagt Reinkens. Die Sanierung soll so durchgeführt werden, damit es künftig bei Frost keine Probleme mit dem historischen Steinbelag gibt.
Es gibt kein Geld
Die 47 000 Euro für die geplanten Lichtstelen am Markt werden vom Bund aus dem Konjunkturpaket II bezahlt, so Reinkens. Eine Entscheidung für die Installierung muss noch in diesem Jahr getroffen werden, sonst fällt die Förderung weg. Dies geschieht nach Ansicht des SPD-Manns, wenn in Kalkar ein Bürgerentscheid über Stelen oder historisierende Lampen kommt. Dann zahlt Kalkar.
Ohne Zuschuss nicht zu bezahlen
Die hohen Kosten für dieses Vorhaben sind ein Hemmschuh. Experten gehen davon aus, dass die aufwendigen Arbeiten für eine ebene Gestaltung des Geländes mindestens 500 000 Euro kosten. Doch angesichts der Kalkarer Kassenlage ist die Umsetzung dieses Planes zunächst nicht auf der Tagesordnung, obwohl die Pro-Kopf-Verschuldung der Stadt vom Jahr 2002 von 940 auf nunmehr 640 Euro gesunken ist. Noch Mitte September hatte CDU-Fraktionschef Dr. Günther Bergmann im Bauausschuss davon geträumt, das Pflaster zu verfestigen. Doch dafür gibt es bislang keine Mehrheit, weil für die Investition Kredite aufzunehmen sind. "Doch mittelfristig muss das Problem gelöst werden", betont nun der SPD-Fraktionsvorsitzende. Ohne einen Zuschuss ist das Projekt für Kalkar aber nicht zu bezahlen, betont Reinkens. Er regt daher an, bei der Transferstelle Städtebaulicher Denkmalschutz, die eine Abteilung des Bundesbauministeriums ist, nach Geld für zu fragen. Diese Institution legt Förderprogramme auf und gibt Tipps für die Sanierung.
Die barrierefreie Zone von der Kesselstraße bis zur Grabenstraße entlang des historischen Marktplatzes wird gebaut, weil Bürger sich über die Stolperfallen vor dem Rathaus beschwert haben, sagt der Sozialdemokrat. "Das Kernanliegen der Marktgestaltung ist die Passierbarkeit des Platzes", betont der SPD-Fraktionschef und ergänzt: "Ich bin nicht gegen das Bürgerbegehren, aber der zentrale Punkt ist die möglichst hohe Sicherheit für Fußgänger." Deshalb ist die bessere Ausleuchtung des Marktes und von Fassaden durch die energiesparenden Lichtstelen für den Sozialdemokraten ganz wichtig.
Eine Einwohner-Information hätte erfolgen können, so Reinkens. Im Anfangsstadium der Diskussion hätte ja der CDU-Ratsherr Norbert van de Sand dies fordern können. "Jetzt dreht Herr van de Sand doch populistische Pirouetten", meinte der SPD-Ratsherr. Er verwies darauf, dass es ausreichend Gelegenheiten für Bürger gab, sich über die Marktgestaltung zu informieren.
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