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Kleve: Mehr Gemeinschaft

VON MARC CATTELAENS - zuletzt aktualisiert: 17.05.2011 - 10:39

Kleve (RPO). Montagabend wurde den Ausschüssen der Gemeinden Kranenburg und Bedburg-Hau sowie der Stadt Kleve die Planung der Schulentwicklung vorgestellt. Ergebnis: Real- und Hauptschulen zu Gemeinschaftsschulen vereinen.

Dr. Detlef Garbe bei der Präsentation des Schulkonzepts in der gut besetzten Klever Stadthalle.   Foto: RPO
Dr. Detlef Garbe bei der Präsentation des Schulkonzepts in der gut besetzten Klever Stadthalle. Foto: RPO

Detlef Garbe, Geschäftsführer des gleichnamigen Beratungsbüros, fand in der Klever Stadthalle deutliche Worte für die Entwicklung der Schullandschaft in Kleve und den Nachbargemeinden: "Uns gehen die Kinder aus. Für manche Kommune kann das bedeuten: Stirbt die Schule, sinkt die Lebensqualität, stirbt der Ort."

"Der Schulträger muss handeln"

Gravierendste Auswirkungen hat die demografische Entwicklung nach den von Garbe vorgelegten Zahlen für die Hauptschulen St. Markus in Bedburg-Hau und Hanna-Heiber in Kranenburg. "Beide Schulen sind nicht stabil. Ihnen droht die Einzügigkeit, und damit müsste der Schulträger handeln", sagte Garbe. Sprich: Entwickeln sich die Schülerzahlen wie prognostiziert, droht beiden Hauptschulen die Schließung.

Info

Grundschulen stabil

Die Grundschulen in Kleve, Kranenburg und Bedburg-Hau seien nicht gefährdet, so Garbe. Überall können langfristig mindestens zwei Klassen gebildet werden. Einzige Ausnahme: die St.-Martinus-Schule in Griethausen. Diese Griethausener Grundschule könne langfristig nur im Verbund aufrecht erhalten werden.

Was sind die Alternativen? Garbe nannte vier. Zunächst die externe Beschulung der Hauptschüler, beispielsweise in Kleve, oder der Erhalt der Hauptschulen als Verbundschulen mit der Realschule. Nachteil, so Garbe, beim Verbund: Bestimmte Fächer müssen gemeinsam unterrichtet werden. "Das kann schwierig werden bei weiter voneinander entfernten Standorten." Denkbar wäre auch eine Öffnung der Realschule für alle. Das führe jedoch zu einer noch schlechteren Lehrerversorgung an der Realschule, so Garbe.

Dann die viel diskutierte Errichtung einer Gesamtschule in Kleve. In ihr gibt es die Erprobungsstufe in den Klassen fünf und sechs, und anschließend wird entschieden, ob gemeinsam oder im gewohnten Drei-Säulen-Modell unterrichtet wird . Der Gesamtschule stellte Garbe jedoch ein vernichtendes Zeugnis aus: "Die Gesamtschule passt nicht zu ihrer Region." Als zentrale Begründung fügte er an, dass das Angebot an gymnasialen Oberstufen im Kleverland nach Errichtung einer oder gar mehrerer Gesamtschulen schlicht zu groß sei.

Die deutlichsten Auswirkungen hätte die Einführung einer Gesamtschule, die wohl sechszügig werden würde, auf die Hauptschulen. Kommt die Gesamtschule, so hat Garbe errechnet, könnten die Hauptschulen St. Markus in Bedburg-Hau und Hanna-Heiber in Kranenburg keine Eingangsklasse bilden. Auch die Konrad-Adenauer-Hauptschule in Kellen und die Wilhelm-Frede-Hauptschule in Rindern könnten tendenziell keine Zweizügigkeit gewährleisten. "Beide Klever Hauptschulen müssten dann zusammengelegt werden", betonte Garbe.

Gemeinschaftsschule mit 17 Zügen

Das von Garbe favorisierte Modell ist die Gemeinschaftsschule ohne gymnasiale Oberstufe, die "pädagogisch genauso interessant" sei. Dann müssten allerdings alle Haupt- und Realschulen aufgelöst werden. Garbe stellte ein Modell vor, nachdem drei Gemeinschaftsschulen in Kleve sowie eine Gemeinschaftsschule in Bedburg-Hau und Kranenburg je als Teil-Standort mit insgesamt 17 Zügen eingerichtet würden. Die Konzeption und Verteilung sei allerdings abhängig vom pädagogischen Konzept und den vorhandenen Schulgebäuden. Die Gemeinschaftsschule, so Garbes Fazit, hätte die meisten Vorteile: Alle Standorte blieben erhalten und die Gymnasien vor Ort blieben "unberührt."

Quelle: RP

 
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