Kleve: Moyland: "Das ist Erpressung"
VON MATTHIAS GRASS - zuletzt aktualisiert: 12.02.2009Kleve (RPO). Der Streit um die Beuys-Arbeiten und Archivalien geht weiter: Der Anwalt von Eva Beuys fordert eine bessere Zusammenarbeit und eine Änderung der Stiftungsstrukturen. Grosse-Brockhoff steht weiter hinter Moyland.
Das Land werde erpresst, damit die Beuys-Arbeiten und -Archivalien aus Moyland nach Düsseldorf kommen – so interpretieren Stiftungsvorstand Franz-Rudolph van der Grinten und Moylands Fördervereinsvorsitzender Hans Geurts die Aussagen des Anwalts von Eva Beuys. Der, Prof. Gerhard Pfennig, hatte gesagt, dass sich nichts in Sachen Düsseldorf regeln kann, wenn Moyland nicht geregelt ist. Mit anderen Worten: der Beuys-Nachlass kann nur in eine Landes-Stiftung gehen, wenn die Moyländer Archivalien und Arbeiten von Beuys dazu kommen, so die Moyländer.
Pfennig dagegen fühlte sich gestern falsch interpretiert: Ja, es habe lose Gespräche zwischen dem Land und der Beuys-Witwe über den Nachlass gegeben. Daran habe man aber keine Bedingungen geknüpft, so Pfennig gestern im RP-Gespräch. "Das waren Gespräche, keine konkreten Verhandlungen", so Pfennig weiter. Im Übrigen rede das Land seit der Herausgabeforderungen an Moyland nicht mehr mit Eva Beuys, so der Anwalt weiter. Aber: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass es in Düsseldorf eine Beuys-Einrichtung gibt und ein Stück weiter eine nächste. Vor allem dann nicht, wenn diese beiden nicht miteinander reden." Es könne nicht sein, dass Eva Beuys weiter von dem Stiftungsgeschehen ausgeschlossen sei. "Wir glauben auch nicht, dass sich daran etwas ändert, solange Moyland die momentanen Stiftungs-Strukturen hat. Die bieten uns keine Grundlage für eine vernünftige Zusammenarbeit", so der Beuys-Anwalt.
NRW-Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff steht weiterhin hinter Moyland, bestätigte er gestern: Die Dinge aus Moyland sollen auch in Moyland bleiben. "Das ist immer so gewesen und das habe ich Frau Beuys auch gesagt: Es kann keine Verknüpfung zwischen Verhandlungen über den Beuys-Nachlass in Düsseldorf und Moyland geben." Das Herausgabeverlangen an Museum Schloss Moyland sei kein guter Weg für eine künftige Zusammenarbeit. "Ich kann mir aber vorstellen, dass wir mit Hilfe von Frau Paust auf dem Weg zu einem besseren Verhältnis zum Beuys Nachlass sind", sagt Grosse-Brockhoff über Paust, die als Moyland-Direktorin gehandelt wird. Wann sie dies werden soll, darüber sagte Grosse-Brockhoff nichts. Paust wiederum kann Pfennigs Vorwürfe einer mangelnden Zusammenarbeit mit dem Beuys-Nachlass gar nicht verstehen: "Ich kann nicht nachvollziehen, warum wir nicht zusammenarbeiten können sollten – zumal wir dies ja auch schon tun. Denn im Vordergrund steht die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Beuys und seinem Werk – das ist eine Ebene auf der man nicht einmal die Stiftungsstrukturen ändern muss."
Ärgerlich sei, dass man auf einem guten Weg sei, derzeit aber feststecke: "Wir haben einen konkreten für die Direktorenstelle. Ich verstehe nicht, warum die nicht endlich besetzt wird und das Verfahren über Monate verschleppt wird. Es geht um die Zukunft von Schloss Moyland, sonst geht das den Bach runter hier. Daran kann schließlich keiner ein Interesse haben."
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