Bedburg-Hau: Moyland will mehr Besucher
VON MATTHIAS GRASS - zuletzt aktualisiert: 26.01.2012Bedburg-Hau (RP). Verwaltungsdirektor Johannes Look wird im Jahr 2012 einen Etat von 3,5 Millionen Euro verwalten. Fördervereins-Vorsitzender Hans Geurts erwartet eine Lösung mit den Moyland-Stiftern und der Beuys-Witwe Eva.
97 057 Menschen besuchten 2011 Museum Schloss Moyland. 47 000 davon kamen allein um der Kunst willen. Das sind Zahlen, über die sich andere Museen vergleichbarer Größe freuen würden. Das sind aber auch Zahlen, die in Moyland nicht zufrieden stellen, wie Verwaltungsleiter Johannes Look bei der Jahrespressekonferenz im Schloss unterstrich.
"Das ist auf dem Niveau des Vorjahres, aber deutlich unterhalb der Besucherzahlen vor der Schließung des Schlossgebäudes. Wir haben Probleme, zu erklären, dass ein Museum, das nie geschlossen hatte, wieder eröffnet ist", bedauert Look, dass sich die erwarteten höheren Besucherzahlen nicht eingestellt haben. Zumal Moyland in der Vergangenheit zeitweise durchschnittlich über 150 000 Museumsbesucher pro Jahr zog. deshalb konstatiert Look: "47 000 Museumsbesucher ist keine schlechte Zahl – aber wir wollen langfristig deutlich mehr".
Schloss weiter sanieren
Hans Geurts und Johannes Look betonten auf der jahrespressekonferenz in Schloss Moyland, dass die Sanierung von Schloss Moyland weiter fortgesetzt werden muss. Mit einem attraktiven Ausstellungsprogramm und dem regelmäßigen Wechsel in der ständigen Beuys-Sammlung soll das Museum spannend bleiben (Bericht folgt im lok. Feuilleton).
Zwar wurde die neue Präsentation der Sammlung mit dem Konzept von Moylands künstlerischer Direktorin Dr. Bettina Paust republikweit groß gelobt, fand aber in den Besucherzahlen bis jetzt noch keinen wirklichen Widerhall. Dass soll sich ändern, sagt Look – und hat auch in Prof Bernd Günter von der Uni Düsseldorf einen Fachmann zur Hand, der die Hintergründe beleuchten soll. Denn in der Moyländer Konstruktion schlagen ausbleibende Besucherzahlen gleich auf den Etat durch, die Einnahmen durch Eintrittsgelder sind ein fester Posten.
2011 hat Look mit 5,13 Millionen Euro den bisher größten Jahresetat verwaltet. Die Schwerpunkte des Etats waren die Neupräsentation und diverse Baumaßnahmen zur Sicherung des Schlosses. Vier Millionen kamen vom Land Nordrhein-Westfalen, das damit den Haushalt sichert. 1,5 Millionen Euro flossen in die Neupräsentation. Im Jahr 2012 liegt der Etat der Stiftung bei 3,5 Millionen Euro.
Fördervereinsvorsitzender Hans Geurts freute sich, dass die Mitgliederzahl des Vereins seit langem endlich wieder wächst und dass die vom Förderverein angebotenen Bus-Fahrten für Kinder und Jugendliche ins Schloss so gut angenommen werden. Er sieht jetzt auch endlich wieder ein Entgegenkommen des Landes und vor allem der zuständigen Ministerin Ute Schäfer, die sich klar hinter die Stiftung gestellt habe.
Jetzt müsse das Land noch die nötigen Schritte machen, um den schwelenden Streit mit Eva Beuys beizulegen und auch auf die Sammlerfamilie van der Grinten zugehen, damit, wie in anderen Stiftungen dieser Art auch, endgültig die Erbenfrage geklärt werden könne. Der Förderverein will sich weiterhin fürs Schloss einsetzen, Geld zum laufenden Geschäft beisteuern, im Jahr 2012 eine Beleuchtung des Nordturms auf die Beine stellen und es auch endlich schaffen, den Weg in die Turmspitze für Besucher frei zu bekommen.
Beim Rechtsstreit um die Beuys-Fotos von Tischer ist noch nicht entschieden, ob man in die Revision gehen werde, sagte Bettina Paust.
Jetzt weiterlesen und die Rheinische Post testen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







