Kreis Kleve: Mr. 10 000 Volt
VON JENNIFER MINKE - zuletzt aktualisiert: 07.10.2006Kreis Kleve (RPO). Ralf Seeger wurde als Kampfsportler auf der ganzen Welt bekannt. Nun hat er sich auch als Schauspieler einen Namen gemacht und ist im November in dem großen Fernsehfilm „Spätzünder“ auf Sat 1 zu sehen.
„Tatort“ abgesagt
Auf einen großen Auftritt musste Ralf Seeger vor einigen Jahren verzichten. Dort lag ihm das Angebot vor, in einem „Tatort“ mitspielen zu dürfen. Doch den musste er wegen einer Vorbereitung für einen wichtigen Kampf absagen. Privat pflegt er Kontakte zu vielen Schauspielern wie Götz Otto, Ottfried Fischer, Ann Kathrin Kramer und vielen bekannten Persönlichkeiten aus dem Box- und Kampfsport wie Luan Krasniqui.
„Viele Leute denken, ich hätte hauptsächlich 10 000 Volt im Arm. Mir ist allerdings wichtig zu zeigen, dass ich genauso viel im Kopf habe. Ich bin sehr vielseitig aktiv und das keineswegs nur im Ring“, erzählt Ralf Seeger selbstbewusst. Bisher machte er hauptsächlich mit sportlichen Erfolgen im Kampfsport auf sich aufmerksam, doch seine Popularität ist auch außerhalb des Rings gestiegen. Seit einiger Zeit ist er immer häufiger im Fernsehen zu sehen. Als Kommentator bei Sportsendern und bei diversen TV Soaps und Talkshows. Bei Barbara Salesch, Richter Alexander Holt, Lenßen und Partner, das Jugendgericht, K11, Oliver Geißen und Hans Meiser war er bereits zu sehen. Außerdem berichtete schon fast jeder Sender in Form einer Reportage über ihn und sein Leben. Der WDR drehte „eine geile Story“, die dann bei „Menschen hautnah“ zu sehen war. Nun steht sein größter Fernsehauftritt an: Am 28. November ist er zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr bei Sat 1 in einem Fernsehfilm zu sehen. Mit Richy Müller, der die Hauptrolle spielt, stand er zusammen vor der Kamera. Heraus kam die Komödie „Spätzünder“, in dem er „Bruno“, den Chef ein Rockergang mimt.
„Hänschen“ Meiser
Seine Rollen sind nicht immer angenehm, denn er muss in Charaktere schlüpfen, mit denen er sich in der Realität in keiner Weise identifizieren kann. „Ich möchte auch als Schauspieler bekannt werden, deshalb sage ich derzeit eigentlich für alle Rollen zu. Der kommerzielle Faktor ist dabei eher sekundär“, so der gebürtige Gocher. Den Weg zur Schauspielerei hat Seeger nicht geplant, er entwickelte sich eher zufällig über die vielen Kontakte, die er im Profisport gesammelt hat. Ein großer Vorteil Seegers ist sicherlich, dass er kein Blatt vor den Mund nimmt und keine Scheu hat auch dann zu reden, wenn die Kameras laufen. Das hat besonders Hans Meiser in einer Live-Sendung erfahren. Zunächst nannte Seeger den Moderator „Hänschen“, dann beantwortete er eine Frage so endlos, dass sich Meiser nur noch in die Werbung retten konnte.
Auch das Auswendiglernen seiner Rollen fällt dem Kampfsportprofi nicht schwer, auch wenn dieser Part der Schauspielerei am aufwendigsten ist. „Ein großer Vorteil ist, dass ich keine Scheu habe, im Rampenlicht zu stehen. Bisher hatte ich noch keinen Black-out. Ich bin es ja gewohnt vor vielen Augen zu agieren“, so der ausgebildete Stuntman, der auch als Bodyguard Geld verdient.
Auch wenn seine bisherigen Schauspiel-Auftritte häufig im Rotlichtmilieu spielten, hat er keine Sorge, dass dadurch ein Stigma auf ihm lastet und auch die zukünftigen Rollen nur in diese Richtung zielen.
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