Kleve: Nachwuchs für stille Heldin
VON SABINE WOTZLAW - zuletzt aktualisiert: 31.12.2010 - 13:28Kleve (RPO). Kürzlich wurde sie als stille Heldin mit dem Medienpreis "Bambi" ausgezeichnet. Im Gespräch mit der RP lüftete die Kleverin Daniela Lesmeister, Referentin beim NRW-Gesundheitsministerium, jetzt ein privates Geheimnis.
Als sie ankündigte, neben ihrer Laufbahn als Polizeikommissarin Jura zu studieren, rieten ihr Freunde und Kollegen davon ab, sagten: "Das schaffst du nicht." Doch Daniela Lesmeister hat es geschafft. Heute ist die 33-jährige Juristin aus Kleve Referentin des NRW-Gesundheitsministeriums, erhielt kürzlich sogar den Medienpreis "Bambi" in der Kategorie "Stille Helden" für die Gründung der Hilfsorganisation I.S.A.R. (International Search and Rescue).
Vom Nachtdienst zur Uni
Nach ihrem Abitur besuchte Lesmeister zunächst die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Gelsenkirchen, schlug eine Laufbahn als Polizeikommissarin ein. Mehrere Jahre arbeitete sie in verschiedenen Positionen beim Gelsenkirchener Polizeipräsidium, studierte nebenbei Jura. "Mein Ziel war es, an der Polizei-FH zu unterrichten." Doch ihre Pläne änderten sich, das Jura-Studium machte so viel Spaß, dass sie sich entschloss, Juristin zu werden. "Oft ging es vom Nachtdienst direkt zur Uni. Ich bin öfter Mal eingeschlafen", erinnert sich die 33-Jährige und schmunzelt. Die Müdigkeit nahm die Kleverin für ihren Traum aber gerne in Kauf.
Das ist I.S.A.R.
Was I.S.A.R Germany ist eine Hilfsorganisation, die sich zum Ziel gesetzt hat, internationale Hilfe nach Naturkatastrophen zu leisten. Spezialisiert ist die Organisation auf die Suche und Rettung von vermissten Personen.
Wo Unter anderem war I.S.A.R beim Tsunami 2004 in Thailand und 2010 beim Erdbeben in Haiti im Einsatz.
Spenden I.S.A.R. Germany Bank für Sozialwirtschaft Konto-Nr. 118 25 00 BLZ: 370 205 00.
Info www.isar-germany.de
Nach Staatsexamen und Referendariat am Klever Landgericht wechselte sie zum NRW-Gesundheitsministerium, war bis zum Regierungswechsel persönliche Referentin von Karl-Josef Laumann, damals NRW-Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales.
Heute ist sie Oberregierungsrätin für den Bereich Sicherheit im Maßregelvollzug. "Eine anspruchsvolle Aufgabe, die viel Spaß macht", sagt die Kleverin. "Ich wollte schon immer für das größtmögliche Maß an Sicherheit sorgen."
Ihre gesamte Freizeit widmet Lesmeister der Hilfsorganisation I.S.A.R., die sie 2003 mit ihrem Mann Michael gründete. Dass sie für ihr ehrenamtliches Engagement kürzlich den Medienpreis "Bambi" erhalten hat, kann die Kleverin, die Silvester mit ihrem Mann bei I.S.A.R-Freunden in der Schweiz verbringt, immer noch nicht so richtig fassen. Angefangen hat Lesmeister damals als Rettungshundeführerin beim Technischen Hilfswerk. Nach einem Einsatz in Indien war die Idee der Hilfsorganisation geboren, die sich auf Einsätze in Katastrophengebieten spezialisiert hat und auch nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti vor Ort geholfen hat. Der Medienrummel um ihre Person ist der 33-Jährigen aber eher unangenehm. "Mir ist nur wichtig, dass I.S.A.R. bekannter wird." Dann lüftet die 33-Jährige ein kleines privates Geheimnis. "Wir erwarten Nachwuchs. Ich bin im fünften Monat schwanger." Auch das Geschlecht sei schon bekannt: "Es wird ein Junge: Simon soll er heißen", verrät Lesmeister, die in ihrer knapp bemessenen Freizeit gerne joggt, englische Krimis liest und mit ihrem Mann ins Kino geht. "Ich habe schon viel erlebt. Aber Mutter zu werden, das ist etwas ganz Besonderes."
Eigenes Schwimmbad
Ihren Job möchte die Juristin, die von einem Schwimmbad in den eigenen vier Wänden träumt, aber nicht an den Nagel hängen. "Nach ein paar Monaten Stillzeit werde ich wieder arbeiten. Gerade suche ich nach einer Kita in Kleve. Ihr Wunsch fürs neue Jahr: "Ich hoffe, dass ich Job, Kind und I.S.A.R. unter einen Hut zu bekomme."
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