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Niederrhein: Niag: "schwach-rote Null"

VON DIRK MÖWIUS - zuletzt aktualisiert: 18.07.2011

Niederrhein (RP). Das Unternehmen, das noch 2006 einen Verlust von 8,5 Millionen Euro verzeichnete, ist zuversichtlich, bis 2013 profitabel zu sein. Die knapp 25 Millionen Euro vom Kreis Wesel stärken das Eigenkapital.

Rasant unterwegs: Die Niag nähert sich einem positiven Ergebnis, verkündete der Vorstand. Vergrößert wurde auch der Anteil der Strecken, die die Niag selbst bedient.  Foto:  Achim von Allwörden
Rasant unterwegs: Die Niag nähert sich einem positiven Ergebnis, verkündete der Vorstand. Vergrößert wurde auch der Anteil der Strecken, die die Niag selbst bedient. Foto: Achim von Allwörden

Das war eine ganz andere Niag, die sich an diesem Nachmittag am Betriebshof in Moers präsentierte: komplette Geschäftsführung, Aufsichtsrat und Betriebsrat an einem Tisch – schon das wäre vor Monaten undenkbar gewesen. Und auch die Zahlen beeindruckten.

Die Niag, die noch im Jahre des Verkaufs der Mehrheit einen Verlust von 8,5 Millionen Euro verzeichnete, meldet eine "schwach-rote Null". Man ist zuversichtlich, bis 2013 profitabel zu sein – so wie beim Verkauf an Rhenus Veniro vereinbart. Für den Eigentümer Kreis Wesel bedeutet dies, bis 2015 bereits 50 Millionen Euro (den elf Millionen Anteil am Eigenkapital eingerechnet) gespart zu haben.

Info

Neue Chancen

Als Mitglied im VRR könnten sich der Niag neue Chancen im Ruhrgebiet eröffnen, hoffen die Vorstände. 2011 werden etwa 4,5 Millionen Euro investiert, unter anderem für 15 neue Busse. Alle Investitionen der letzten Jahre wurden aus Eigenmitteln finanziert.

www.niag-online.de

Punkt für Punkt

"Die Erfolge sind sichtbar, doch wir sind noch nicht am Ziel", sagte Aufsichtsratsvorsitzender Heinz-Dieter Bartels (CDU). Er betonte, dass die Vereinbarungen des Kaufvertrages Punkt für Punkt eingehalten werden. Und das bedeutet nicht nur Besitzstandswahrung für die Arbeitnehmer der Niag auch über 2013 hinaus.

Die vom Kreis eingezahlten 24,9 Millionen Euro seien entgegen Gerüchte weder verbraucht noch aus dem Unternehmen gezogen, sondern stärkten komplett das Eigenkapital. "Die Niag ist ein blitzsauberes Unternehmen", sagte Vorstand Dr. Werner Kook.

In der Logistik erreiche man ein Jahresplus von zwei Millionen Euro, nur der Personennahverkehr trübe mit einem Minus von einer Million noch die Bilanz. Um auch dort profitabel zu werden, benötige man einen neuen bedarfsgerechten Nahverkehrsplan, wettbewerbsfähige Tarifabschlüsse mit Verdi und einen Ausgleich für die hohen Dieselkosten.

Vorstand Hans-Joachim Berg betonte, dass auch die Mitarbeiterzahl der Niag in den vergangenen Jahren gestiegen ist. Die Gruppe beschäftigt jetzt statt 598 Mitarbeiter in 2005 nun gut 700. 19 Auszubildende wurden seit 2006 übernommen. Allerdings ist die Zahl im Kernunternehmen, der "alten Niag", die am öffentlichen Dienst orientiert ist, weiter zurückgegangen, während die Tochterunternehmen mit ihren Haustarifverträgen die neuen Mitarbeiter einstellten.

Das ist ein Punkt, der den Betriebsratsvorsitzenden Harald Winter nachdenklich werden lässt. Insgesamt widersprach er der positiven Darstellung der Entwicklung aber nicht. In der Vergangenheit habe man nur vergessen, bei diesen Prozessen "auch die Belegschaft mitzunehmen".

Gute Nachricht für Moers: Die Rhenus Veniro GmbH und Co. KG hat ihre Verwaltung dort angesiedelt. Das sind nicht nur elf Arbeitsplätze: Noch 2011 wird der Firmensitz von Mainz nach Moers verlegt.

Quelle: RP


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