Kleve: "Nicht einfach, aber möglich"
VON JULIA LÖRCKS - zuletzt aktualisiert: 18.06.2009Kleve (RPO). Die SPD Ortsvereine Kleve und Kranenburg luden zur Podiumsdiskussion ein mit dem Ziel, eine Initiative für eine neue Gesamtschule zu gründen. Der erste Schritt ist getan. Jetzt müssen 112 Kinder gefunden werden.
Kleve/kranenburg In Mathe eine Eins, in Deutsch zwischen Vier und Fünf. Das Resultat war die Realschulempfehlung. "Und dort langweilt sich mein Sohn nun zu Tode. Jede Menge Talent wird einfach weggeschmissen." Für den Familienvater wäre eine Gesamtschule – die Schulform, die mit Kindern und Jugendlichen aller Leistungsstärken arbeitet und die Laufbahnentscheidung möglichst lange offen hält – die ideale Lösung gewesen. Wenn es sie denn in Kleve gäbe...
60 Zuhörer im Kolpinghaus
Genau diese Problematik war Thema der Podiumsdiskussion, zu der die SPD Ortsvereine Kleve und Kranenburg ins Klever Kolpinghaus eingeladen hatten. Etwa 60 SPDler – darunter Dr. Barbara Hendricks –, Mitglieder anderer Fraktionen sowie die Schulleiterin der Gesamtschule Mittelkreis Goch, Dr. Karin Teetzmann, Lehrer und Eltern waren gekommen. Sie alle hörten aufmerksam den Ausführungen von Hartmut Pietsch, Leiter der Gesamtschule Duisburg-Meiderich, Dr. Gerfried Stanzel, Mitglied der Gemeinnützigen Gesellschaft Gesamtschule NRW, und Hans-Josef Claessen, Vizepräsident der Handwerkskammer Düsseldorf, zu. Wohlgemerkt: Alle Referenten sind Befürworter von Gesamtschulen. Und so wurde aus der Veranstaltung unter der Moderation des Kranenburger SPD-Bürgermeisterkandidaten und Fraktionsvorsitzenden Jürgen Franken ein Fürsprechen für die Gesamtschule statt ein Streitgespräch.
Kritische Punkte wurden kaum hinterfragt. Vielmehr galt es, eine Initiative für eine Gesamtschule in Kleve zu gründen. "112 ist die magische Zahl. 112 Bedarfskinder müssen gefunden werden", sagte Dr. Gerfried Stanzel, der schon mehreren Initiativen geholfen hat, eine neue Gesamtschule zu gründen. "Es ist nicht einfach, aber möglich", so der Schulleiter außer Dienst. Er empfiehlt den Klever Sozialdemokraten Kontakt zu anderen Städten aufzunehmen, die es trotz negativen Landesbeschlusses geschafft haben. Städte wie Erkelenz, Heinsberg oder Viersen. Zudem sei es von Vorteil, eine politische Mehrheit für das Projekt "Gesamtschule" zu finden. Schließlich sei der Antragssteller der Schulträger und somit der Stadtrat.
Der erste Schritt für eine Gesamtschule in Kleve wurde bei der Podiumsdiskussion bereits getan. Auf Adressenlisten konnten sich Interessierte eintragen. Zudem versprach Josef Gietemann, SPD-Bürgermeisterkandidat der Stadt Kleve, sich nach den Sommerferien der Initiative intensiv anzunehmen. Für das Drucken von Flyern bot Barbara Hendricks außerdem die Technik der Parteizentrale in Kleve an. "Wir haben schon einmal eine Initiative für eine Gesamtschule unterstützt", so die Parlamentarische Staatssekretärin. Damals war es die Elterninitiative in Uedem, die die Gesamtschule Mittelkreis in Goch bildete.
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