Kreis Kleve: Night-Mover fährt nicht mehr
VON CORINNA KUHS - zuletzt aktualisiert: 02.03.2011Kreis Kleve (RPO). Feiernde müssen sich ab sofort um eine andere Möglichkeit der Heimfahrt kümmern: Der Service wird eingestellt. Schon zum Karnevalswochenende ist er nicht mehr unterwegs. Der Kreis will auf Dauer eine Alternative finden.
Schlechte Nachrichten für alle Karnevalsbegeisterten, die sich nach wild-lustiger Feier auf eine sichere Heimfahrt im Night-Mover eingestellt hatten: Der Shuttleservice wird eingestellt. Ab sofort sind die Taxis nicht mehr unterwegs. Das teilte gestern Nachmittag die Kreisverwaltung mit und riet: "Die Kreisverwaltung bittet alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die mit dem Night-Mover ihre Heimfahrten geplant hatten, andere Rückfahrmöglichkeiten sicherzustellen." Auch die beteiligten Diskotheken sind bereits informiert.
Das Unternehmen, das der Kreis für die Fahrten beauftragt hat, sehe sich "nicht mehr in der Lage", die Heimfahrten durchzuführen. Nähere Informationen nannte Kreis-Sprecher Eduard Großkämper gestern Nachmittag auf Anfrage der RP aber nicht.
Fünf Euro Kosten
Der Night Mover wurde nach einer Probephase im Jahre 2000 fest installiert. Taxis bringen junge Menschen zwischen 16 und 26 Jahren von den Discos direkt bis vor die eigene Haustür. Der Fahrpreis liegt seit zwei Jahren bei fünf Euro pro Person.
Gestartet war der Night Mover mit Fahrkosten von drei, später vier Euro. Nicht befördert werden Menschen, die älter sind als 26 Jahre.
Nicht zu erreichen
Nach RP-Informationen soll das Unternehmen, das die Night-Mover-Fahrten bisher anbot, gar nicht mehr im Verkehr sein. Zu erreichen war es gestern auch nicht: Es besitzt zwar eine Internetpräsenz. Wer die dort angegebene Telefonnummer der Betriebszentrale wählt, wird jedoch automatisch an ein anderes Taxi-Unternehmen umgeleitet.
Der Night-Mover fuhr seit Jahren an den Wochenenden und vor Feiertagen die Diskotheken E-Dry in Geldern sowie das Nachttheater und das Radhaus in Kleve an. Fahrkarten für den Transport gab es in den Tanzlokalen. Ziel war, junge Feiernde sicher nach Hause zu bringen. Erst im Dezember vergangenen Jahres hatte der Kreistag beschlossen, das Projekt weitere zwei Jahre lang fortzuführen – obwohl die Passagierzahlen eine rückläufige Tendenz verzeichneten.
Ins Leben gerufen wurde das Projekt mit Blick auf die Unfallzahlen im Kreis Kleve. "Der Night-Mover sollte mit dazu beitragen, die Sicherheit auf den Straßen im Kreisgebiet dadurch zu verbessern, dass die Heimfahrten von Jugendlichen und jungen Erwachsenen von den Großdiskotheken in Kleve und Geldern sichergestellt und sie bis vor die eigene Haustür gebracht werden", erklärt Kreis-Sprecher Eduard Großkämper. Rund 30000 Mitfahrer nutzten durchschnittlich pro Jahr das Angebot.
Nach den Vorstellungen des Kreises Kleve, so die Pressemitteilung, soll eine Lösung zur Fortsetzung des Projekts gefunden werden. Ob und in welcher Form sich das realisieren lässt, ist derzeit ungewiss. Die Suche nach einem neuen Unternehmen, das die Night-Mover-Fahrten im Kreisgebiet fortsetzt, soll bereits begonnen haben. Wie schnell das geht, ist unklar. Zumindest für Karneval müssen sich die Feiernden andere Heimfahrt-Lösungen suchen.
Internet Bisherige Berichterstattung zum Thema unter www.rp-online.de/kleve
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