Kleve: Nostalgischer Zauber
VON CHARLOTTE STAUSBERG - zuletzt aktualisiert: 09.11.2009Kleve (RPO). Zum elften Mal fand das Klever Drehorgelfest statt, erstmals veranstaltet vom Klever City Netzwerk. Zwanzig Orgelspieler unter anderem auch aus Belgien sorgten für eine beschwingten Bummel durch die Innenstadt.
Mit glänzenden Augen zeigt der Mann dem kleinen Jungen was er tun muss, damit eine Melodie aus dem Inneren der farbenfroh verzierten Drehorgel erschallt. Gemeinsam drehen der ältere Mann und der Junge und schon erschallt eine beschwingte Melodie. Begeisterung beim Jungen und ein breites Lächeln im Gesicht des Drehorgelspielers über die neugierige Freude des Kindes.
Zum elften Mal fand das Klever Drehorgelfest statt, erstmals organisiert vom Klever City Netzwerk. "Es ist uns wichtig, diese Tradition fortzusetzen", erklärt Susanne Rexing, 1. Vorsitzende des Netzwerkes. "Wir haben richtig Glück mit dem Wetter", freut sich Rexing. Es sei dem Netzwerk ein Anliegen auch die Geschäfte außerhalb der Innenstadt in das Konzept miteinzubeziehen.
Das Drehorgelfest begeistert nicht nur die kleinen Gäste. In einer Traube stehend, bewundern die Besucher beim Anorgeln jede einzelne Orgel. Mit einer kleinen Darbietung stellt jeder Spieler sein Instrument vor. Egal ob Ententanz oder 'Ein schöner Tag'. Es wird mitgeklatscht und spätestens bei Lili Marleen wird auch vielstimmig mitgesungen: "Vor der Kaserne, vor dem großen Tor…"
Liebevoll verzierte Orgeln
Die Resonanz sei sehr positiv, berichtet Drehorgelspieler Kaspar Ulrichs. "Es ist schon vorgekommen, dass Leute beim abschließenden Aborgeln geweint haben", erzählt Ulrichs. Gerade die älteren Leute seien mit vielen Liedern noch vertraut und könnten mitsingen, so Ulrichs. Zwanzig Orgelspieler unter anderem aus den Niederlanden und Belgien präsentierten ihre farbenfrohen und liebevoll geschmückten Leierkästen.
Versüßt wurde der Bummel durch die Klever Innenstadt von Imbisswagen, die zum Naschen verführten. Hier und da konnte man schon ein Näschen vorweihnachtlichen 'gebrannten Mandel- Geruch' erhaschen. Und auch die offenen Geschäfte luden zum beschwingten Bummel ein. "Die Musik ist schön ebenso wie die Atmosphäre, darum sind wir eben gekommen", hört man eine Frau zu einer Bekannten sagen.
Ebenfalls ein Publikumsmagnet: Der Trödel- und Kunsthandwerkmarkt. "Wir freuen uns schon auf den Trödelmarkt", erklären Peter und Uta Schmidt. "Auch das Wetter spielt super mit", freut sich Schmidt. Während die Älteren schon erste Weihnachtseinkäufe erledigen, stehen die Kleinen mit großen Augen vor den mal schlichten, mal auffälligen und mal verzaubernd altmodischen Leierkästen und lauschenden den Melodien. Es ist ein Stück Volkstümlichkeit, welches die Drehorgelspieler verkörpern. Es ist eine Erinnerung an einen nostalgischen Zauber, der das Drehorgelfest zu etwas Besonderem macht.
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