Kreis Kleve: Nur 23 Cent für den Landwirt
zuletzt aktualisiert: 09.08.2010 - 10:49Kreis Kleve (RPO). Die Discounter liefern sich weiter eine wahre Preisschlacht. Es gibt Preissenkungen von bis zu 30 Prozent. Über die Folgen für die Landwirte im Kreis Kleve sprach RP-Redaktionsmitglied Marc Cattelaens mit dem Vorsitzenden der Kreisbauernschaft Kleve, Josef Peters.
Was halten Sie von den erneuten Preissenkungen?
Josef Peters Ich halte es für einen Irrsinn, dass Aldi, Lidl und Co. schon wieder die Preise senken. Der Anteil der Ausgaben für Nahrungsmittel an den gesamten Konsumausgaben nimmt seit Jahren ab. Wenn dieser Trend so weiter geht, verlieren Lebensmittel immer mehr ihren Wert und auch die Arbeit, die dahinter steckt.
Sind nicht an dieser Entwicklung nicht auch die Verbraucher schuld?
Peters Die Verbraucher stehen durchaus in einem Widerspruch zwischen ihren Moralvorstellungen und ihrem Streben nach günstigen Preisen. Dies hat erst kürzlich eine Untersuchung des Instituts für Handelsforschung (IFH) an der Universität Köln gezeigt. Für 78,4 Prozent der Verbraucher ist es laut der Studie wichtig, dass die Umweltverträglichkeit und soziale Standards bei der Herstellung von Lebensmitteln eingehalten werden. Und das machen die Landwirte aus unserer Region: Sie wirtschaften unter hohen Umweltschutz-, Tierschutz und Sozialstandards.
Wie viel Geld erhalten die Landwirte für ihre Produkte?
Peters Von einem Euro Verbraucherausgaben für Nahrungsmittel erhält der Landwirt heute nur noch 23 Cent. Damit entfallen im Durchschnitt nur 22,6 Prozent der Verbraucherausgaben als Verkaufserlöse an den Erzeuger. In den 1970er Jahr war der Anteil noch doppelt so hoch. Wenn sich diese Entwicklung fortsetzt und die Erzeugerpreise weiter sinken, werden noch mehr Arbeitsplätze im ländlichen Raum vernichtet.
Was können Verbraucher tun, um den entgegen zu wirken?
Peters Verbraucher sollten Erzeugnisse aus der Region kaufen, um die heimische Landwirtschaft zu unterstützen.
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