Kleve: O'Leary lobt Airport Weeze
VON CORINNA KUHS - zuletzt aktualisiert: 28.10.2008Kleve (RPO). Bei strömendem Regen ist gestern Morgen die erste Ryanair-Maschine vom Airport Weeze nach Berlin gestartet. An Bord waren rund 150 Menschen.
Für Geschäftsführer Ludger van Bebber und sein Team vom Airport Weeze gab es gestern nach dem ersten Ryanair-Flug von Weeze nach Berlin Lob von allen Seiten. Zunächst erklärte Dr. Rainer Schwarz, früherer Chef des Airports Düsseldorf und damals bekennender Weeze-Gegner, dass die Leitung des Flughafens Weeze großartige Arbeit geleistet habe.
Schwarz ist mittlerweile Sprecher der Geschäftsführung der Berliner Flughäfen – und damit Geschäftspartner jenes Airports, den er von Düsseldorf aus immer verspottet hatte. Damals hatte er sogar vor Gericht erstritten, dass der Airport Weeze sich nicht „Düsseldorf-Regional“ nennen durfte. Gestern scherzte Schwarz auf dem Berliner Flughafen in launiger Plauderrunde, dass Düsseldorf eigentlich „Weeze-Süd“ sei. Er habe sich, was Weeze angeht, „vom Saulus zum Paulus“ gewandelt, meinte er. „Aus Berliner Sicht sage ich heute: Mehr Weezes her!“
Valencia
Ryanair wird die Destination Valencia aus dem Angebot ab Weeze streichen. Das liegt daran, dass das Unternehmen seine Basis in der spanischen Stadt aufgrund von Unstimmigkeiten mit der dortigen Regierung aufgeben wird.
Noch mehr Passagiere
Zum Rechtsstreit des Airports Weeze vor dem Bundesverwaltungsgericht (die RP berichtete mehrfach) hatte Schwarz auch etwas zu sagen. Die Bezirkregierung habe bei der Genehmigung „einiges verdaddelt“. Das zweite Lob erreichte Ludger van Bebber dann einige Stunden später bei einer von Ryanair einberufenen Pressekonferenz in der Berliner Innenstadt.
Ryanair-Chef Michael O'Leary, wie gewohnt mit markigen Sprüchen, erklärte den Erfolg des Niederrhein-Flughafens zum Tribut von Investor Herman Buurman und der Airport-Geschäftsführung. Sie hätten einen „großartigen Erfolg“ vorzuweisen. Ryanair plant für das kommende Jahr, seine Passagierzahlen von Weeze auf 1,6 Millionen zu erweitern.
Derzeit seien 900.000 Menschen mit Ryanair von Weeze aus unterwegs. Diese dürfte interessieren, was O'Leary ankündigte: Wenn es drei oder vier tägliche Berlin-Flüge ab Weeze geben wird, was in absehbarer Zeit der Fall sein könnte, dann könnten ein oder zwei dieser Flüge zu reinen Handgepäck-Maschinen deklariert werden. Bis zu zehn Kilo dürfen dann mit in die Kabine genommen werden, die Gepäckaufgabe entfällt.
In wenigen Wochen will Ryanair außerdem den Handybetrieb in Flugzeugen erlauben. Dazu würden die Maschinen so umgerüstet, dass Reisende mit ihren Mobiltelefonen auch im Internet surfen können.
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