Kalkar: Ochsenorden für Walter Schepers
VON WERNER STALDER - zuletzt aktualisiert: 06.02.2012Kalkar (RP). Im historischen Ratssaal der Stadt Kalkar wurde Pfarrer em. Walter Schepers (85) mit dem Ochsenorden ausgezeichnet. Den Orden erhielt der Geistliche für sein vielfältiges Engagement und seine Hilfsbereitschaft.
Originalton aus Kalkar in freier Übersetzung: "Warum kriegt der alte Pastor Walter Schepers den Goldenen Ochsenorden, der wird doch dafür bezahlt und kommt überdies noch aus Kleve?" Die Antwort vom Senatspräsidenten der Kalkarer Karnevalsgesellschaft (KKG), Karl Ludwig van Dornick: "Die KKG ehrt mit dem Ochsenorden ganz einfach Menschen vom Niederrhein, welche keine Übermenschen sind, sondern ihr Herz nicht zurückhalten, wenn es um Hilfe für andere geht.
Sie ehrt Leute, die unsere Welt ein wenig menschlicher machen." Im historischen Ratssaal der Stadt Kalkar konnte Bürgermeister Gerhard Fonck Pfarrer em. Walter Schepers als neuen Ordensträger begrüßen. Die Auszeichnung mit dem Leitgedanken "Ein Herz hat nur, wer ein Herz für andere hat", erhielt der Geistliche für sein vielfältiges Engagement und seine Hilfsbereitschaft, die er beispielhaft in seinem jahrzehntelangen Einsatz für das Krankenhaus der Huruma-Schwestern in Moshi/Tansania erbracht hat.
Laudatio
"Walter Schepers ist ein stiller, aber erfolgreicher Karnevalist für die Seele und dies nicht nur für eine Session, sondern das ganze Jahr hindurch. Ein ganzheitlich handelnder Mensch, der weiß, was er macht - und macht, was er sagt", schloss der KKG-Senatspräsident Karl Ludwig van Dornick seine Laudatio. Dann ging es zum großen Prinzentreffen, das in der Bürgerbegegnungsstätte viele Narren vereinigte.
An der Spitze der zahlreichen Politiker begrüßte Fonck Kanzleramtsminister Ronald Pofalla. Sein Gruß galt der Familie des Ausgezeichneten, den Förderern des Projektes, den geistlichen Mitbrüdern, den Ordensträgern vergangener Jahre, den Militärrepräsentanten, den Senatoren, den Tollitäten und Karnevalsgesellschaften vom Niederrhein. "Pastor Schepers hat sein Herz auf dem rechten Fleck und das nicht allein durch seine Berufung als Priester", sagte der Kalkarer Bürgermeister.
Mit Freude wurden wieder die wunderschönen, alten Karnevalslieder aus Kalkar gesungen. In seiner Laudatio würdigte der KKG-Senatspräsident den fast 86-jährigen Ordensträger, der mehr als 45 Jahre in besonderer Weise das Motto des Ordens verkörpere, nämlich, dass nur jemand ein Herz habe, der es auch für andere öffne. Karl Ludwig van Dornick sprach die Entbehrungen des jungen Schepers als Soldat im Krieg an. Dann begegnete er einer Ordensschwester aus Afrika vom Kilimandscharo.
Sie motivierte ihn, eine Krankenstation zu unterstützen. "Mehr als 37 Jahre hat er dies in einer beispielhaften Nachhaltigkeit getan." Nach der Überreichung der Urkunde und des Goldenen Ochsenordens dankte der Pastor in einer humorvollen Ansprache für die besondere Auszeichnung. Nachdem ihm bewusst geworden sei, dass ein Ochse noch vor den Hirten an der Krippe gestanden habe und dieses Tier dazu bestimmt sei, die Lasten anderer zu tragen, habe er den Orden angenommen.
"Es gibt mit mir auch eine gewisse Ähnlichkeit, denn auch ein Ochse hat keine Nachkommen", sagte er. Der Ordensträger konnte viele Glückwünsche entgegennehmen, so auch von seinem jüngeren Bruder, der Grüße vom Kilimandscharo und vom Fudschijama überbrachte.
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