Kleve: Offside Open: Walbeck abseits
VON MICHAEL KLATT - zuletzt aktualisiert: 10.07.2007Kleve (RPO). Der Bäderverein sieht sich nicht mehr in der Lage, das Waldfreibad für das große Musikfestival zur Verfügung zu stellen. Gefährdet ist die Veranstaltung nicht, sie findet an einem Ausweichstandort statt.
Walbeck Das Offside-Open-Festival wird in diesem Jahr vom 17. bis 19. August seine Premiere erleben – aber nicht im Waldfreibad Walbeck. Gestern teilte der Bäderverein mit, dass er das Gelände für diese musikalische Großveranstaltung nicht zur Verfügung stellen werde. Damit rückte der Verein von früheren Zusagen ab, wonach er das Festival nicht nur 2007, sondern insgesamt fünf Jahre lang unterstützen wollte.
Fehlende Garantien
Vor allem fehlende Garantien für das Wiederherrichten des Geländes und für das Übernehmen von Verantwortung, falls einem der Festivalbesucher etwas passiert, führten die Vorstandsmitglieder René de Jong und Dieter Bachmann als Gründe für ihre Weigerung an. Zwar hätten die Bürgermeister von Geldern und Straelen, Ulrich Janssen und Johannes Giesen, zugesichert, dass die Städte alles tun würden, um die Grünflächen wieder in Stand zu setzen. Doch diese Zusage reicht dem Verein nicht. „Wir wollen Sicherheit“, so de Jong. Eine Bankbürgschaft von 50 000 Euro sollte Veranstalter Burkhard Hennen im Pachtvertrag übernehmen.
Auch jede Haftung für Personenschäden lehnt der Verein ab. „Wenn nachts einer der Festivalbesucher ins Becken fällt und ertrinkt, steht bei mir der Staatsanwalt vor der Tür“, betonte de Jong.
Keine Bedrohung für den Freibadbetrieb sehen die beiden Vorstandsmitglieder durch die Nester von Eichenprozessionsspinnern (EPS) im benachbarten Wald. Nur wenige Schritte vor dem Badeingang macht die Stadt mit Schildern auf die Gesundheitsgefahr aufmerksam. Im Badgelände seien alle EPS-Nester entfernt worden, und es werde regelmäßig kontrolliert, hebt de Jong hervor. Sollten die gefährlichen Härchen der Raupen fliegen (siehe Info), sei der Waldbesitzer für die Folgen verantwortlich, nicht der Freibadverein. De Jong: „Wir würden im Falle eines Falles das Bad natürlich sperren.“
Als ungünstig werten die beiden Vereins-Chefs jetzt den Termin des Festivals. An einem sonnigen Augustwochenende kämen 10 000 Besucher, die dem Verein rund 27 000 Euro brächten. Geld, das für die Kosten des Bads dringend benötigt würde.
Als „völlig unverständlich“ bezeichnet Offside-Open-Organisator Hennen die Haltung des Vereinsvorstands. De Jong habe offensichtlich immer wieder Zusagen gemacht, ohne sich mit dem übrigen Vorstand abzustimmen, und rudere nun zurück. „Das Festival ist durch die Absage der Walbecker nicht betroffen“, versichert Hennen. Man habe von Anfang an mit Ausweichstandorten geplant.
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