Kleve: "Osmonauten" vermessen Kleve
VON MATTHIAS GRASS - zuletzt aktualisiert: 08.12.2009Kleve (RPO). Sparkasse, Rotarier und Stadtmarketing unterstützen "Open Street Map", ein Internetdienst, der wie Wikipedia Karten anbieten und Google-Map Paroli bieten möchte. Doch gerade im ländlichen Bereich sind noch große Lücken.
OpenStreetMap
Die Karten von OSM sind unter www.openstreetmap.org aufzurufen. In der regionalen Onlinekarte im Internet fehlen noch eine Reihe kleinerer Straßen und deren Einbahnregeln, Fußwege und Radwege, Treppen und Stiegen, Teiche und Wasserläufe. Die sollen nach und nach eingetragen werden.
Kleve soll vermessen werden. Ganz. Bis zur letzten Parkbank, bis zum Klo in der Fußgängerzone, bis zum behindertengerechten Eingang im Rathaus. Und auch die verschlungenen Wege im Forst- oder Tiergarten sollen nachgezeichnet werden. Schließlich hat man sich ein großes Ziel gesetzt: Man möchte "Google-Maps" Konkurrenz machen. "Schon jetzt hinkt ,Google' in Kleve hinterher – die Industriestraße fehlt zum Beispiel, und die neue Verkehrsführung entlang der Hafenstraße findet sich dort nicht im aktuellen Zustand", sagt Dr. Ulrich Paus vom Rotary-Club Kreis Kleve Moyland.
Montag stellte der Rotarier in der Klever Sparkasse ein neues Kartensystem vor, das wie Wikipedia für Stadtpläne funktionieren soll und outete sich zugleich als "Osmonaut". Das sind nämlich jene Menschen, die mit ihrem GPS-Gerät durch die Städte ziehen und dann später im Internet die genauen Messpunkte festlegen. Das Wort kommt von OSM und steht für "OpenStreetMap", dem Anbieter der Karten.
Im Aufbau
Paus sucht also Niederrheiner, am besten GPS-kundige, die die neuen Straßen eintragen, die wissen, wo die besten Parkbänke für die schönste Rast stehen. Immerhin konnte der Rotarier schon die Sparkasse Kleve und das Stadtmarketing gewinnen. Die Kasse kaufte jetzt fünf GPS-Geräte (die kosten rund 100 Euro das Stück), die mittels Satelliten-Empfang ein exaktes Navigieren ermöglichen. Damit können Gruppen Kleve vermessen und ihre Ergebnisse dann in die neue Internet-Karte eintragen.
Das ist auch nötig. Denn im Gegensatz zu Google muss sich das neue System erst aufbauen: Kalkar ist beispielsweise kaum erfasst, Bedburg-Hau zu 90 Prozent. "Wir suchen viele engagierte Menschen. Es sollen auch Fahrrad- und Wanderwege verzeichnet werden – eben mehr als bei Google. Und diese Karten werden immer frei verfügbar sein", sagt Paus. Man kann auch mitmachen, wenn man kein GPS-Gerät hat.
Allerdings ist es ohne GPS-System nicht ganz einfach, seine Lieblingsparkbank bei OSM einzustellen. "Das ist ein bisschen tricky", sagt Stadtmarketing-Chefin Ute Schulze-Heiming. Deshalb bietet das Stadtmarketing in der Sparkasse Kleve einen Info-Kursus für künftige Osmonauten an: am Mittwoch, 16. Dezember, 17 Uhr, Sparkasse an der Hagschen Straße. Anmeldung und Info beim Stadtmarketing: Tel. 0 28 21 8 95 090.
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