Kleve: Ostende im Projektraum
VON MATTHIAS GRASS - zuletzt aktualisiert: 05.11.2011Kleve (RP). Wie gezeichnet stehen zarte Stängel, Blätter und Blüten aufdem hellblau eingefärbten Büttenpapier. Fast abstrakt, nur in Strichen aufgelöst der Strandhafer. Andere der Blüten-Blätter erinnern an eine Pusteblume.
"Ostende ein fremder Ort" nennt Sarah Beckmann ihre 13-teilige Arbeit, die sie mit feinen Nadeln auf die Wand des Projektraums Bahnhof25 in Kleve gepinnt hat. Sie ist Studentin der Fotoklasse von Thomas Zinka an der Freien Akademie der Künste Essen. Ihre Bilder sind Foto-Abzüge auf Bütten, sogenannte Cynatopien.
Zehn Studenten einer Exkursion zeigen ihre an einem Wochenende in Ostende entstandenen Fotoarbeiten. Von klassischen Fotografien wie ein schönes Stillleben mit schicker Sitzbank und schlichtem Strom-Kasten vor blauem Himmel und dem für Ostende typischen, feinen Sand bis hin zu surreal wirkende, montierte Fotografien reicht die Ausstellung. Ole-Kristian Heyer hat die Buhnen - ein beliebtes Motiv – bei seinem Streifzug durch das mondän-morbide Nordseebad aufgenommen und die Fotos später bearbeitet. Quasi eine klassische Atelierarbeit.
Die Ausstellung läuft bis 27. November, Sa bis So 13 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung www.bh25.de.
"Obstructions" nennt Zinka das Exkursionswochenende, bei dem seine Studenten in einer vorgegebenen Zeit bestimmte, zuvor mit ihm abgesprochene Themen bearbeiten müssen. 48 Stunden Ostende spiegeln sich so durch die individuelle Brille des jeweiligen Fotografen wider. Die zehn besten Teilnehmer werden von ihm ausgewählt und ihre Bilder in einer Ausstellung gezeigt.
Eine dieser drei Stationen ist der Projektraum-Bahnhof25 (an der Bahnhofstraße 25) in Kleve. Zinka, der die Präsentation in Kleve auch einrichtete, wird zur Eröffnung am Samstag, 5. November, 16 Uhr in die Ausstellung einführen. Dann werden alle an der Ausstellung beteiligten Studenten dabei sein, während der Öffnungszeiten samstags und sonntags wird einer der Beteiligten Aufsicht führen – für Besucher ansprechbar sein.
Fasziniert vom Ärmelkanal, von der See scheint Britta Ries-Drygall zu sein, die in ihren Fotos das Umschlagen der Wellen wunderbar durch dekliniert, zu einer 36-teiligen Arbeit zusammenführt und teils übermalt. Eine Geschichte des Scheiterns erzählt dagegen die Video-Performance von Chiara Nardini "Ich kann nicht weinen".
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