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Kranenburg: Papiertonne löst Schützen ab

VON JENS HELMUS - zuletzt aktualisiert: 02.01.2009

Kranenburg (RPO). 36 Jahre lang sammelte der Schützenverein Kranenburg Scheffenthum einmal monatlich das Altpapier der Kranenburger Bürger ein. 2009 übernimmt diese Aufgabe ein Entsorgungsunternehmen.

Ein Riesen-Berg, zur Zeit so gut wie wertlos: innerhalb weniger Wochen ist der „Altpapier-Markt“ buchstäblich zusammengebrochen. Fast zeitgleich haben in Kranenburg die Schützen das Sammeln aufgegeben.  Foto: RPO
Ein Riesen-Berg, zur Zeit so gut wie wertlos: innerhalb weniger Wochen ist der „Altpapier-Markt“ buchstäblich zusammengebrochen. Fast zeitgleich haben in Kranenburg die Schützen das Sammeln aufgegeben. Foto: RPO

Die Kranenburger Bürger bekommen Papiertonnen. Was lange Zeit weit und breit einzigartig war, findet damit nach 36 Jahren auch in der Grenzgemeinde ein Ende. Vor einigen Tagen nun wurde das Altpapier zum endgültig letzten Mal vom Schützenverein Kranenburg Scheffenthum 1923/1928 eingesammelt, seit Januar 2009 übernimmt diese Aufgabe das Kranenburger Entsorgungsunternehmen Heiland.

25 000 Kilogramm Altpapier

36 Jahre lang zog der Kranenburger Schützenverein einmal monatlich los, immer am letzten Samstag im Monat, um das Altpapier von rund 3500 Haushalten zusammenzutragen. „1972 fing der Verein an, das Altpapier mit Traktor und Anhänger einzusammeln. Damals reichte noch ein 36 Kubikmeter großer Container aus“, erzählt Theo Poen, Geschäftsführer des Schützenvereins.

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Vereine packten an

Ursprünglich sammelte nur der alte Schützenverein Scheffenthum das Papier in Zentral-Kranenburg. Ab 2003 teilte er sich die Aufgabe mit dem Kranenburger Schützenverein – 2005 fusionierten die beiden Vereine zum heutigen Schützenverein Kranenburg Scheffenthum 1923/1928. In den Außenbezirken von Kranenburg übernahmen bis Ende 2008 ebenfalls örtliche Vereine das Altpapier-Sammeln.

„Im Laufe der Jahre wurde das Papier immer mehr, zuletzt kamen alle vier Wochen etwa 25 000 Kilogramm zusammen. Dementsprechend brauchten wir dann auch immer mehr Helfer, um das Altpapier einzusammeln.“ Zwischen 14 und 20 Schützen waren es zuletzt, die samstags loszogen, um das gebündelte Altpapier in den Kranenburger Straßen einzusammeln. „Bei 25 000 Kilogramm, die mindestens zweimal bewegt werden müssen, kann man sich ja vorstellen, dass das Schuhe zubinden abends Probleme bereitet“, lacht Poen, der selber vier Jahre mit anpackte.

Zwei ehrenamtliche Helfer sind schon seit der ersten Stunde aktiv: Heinz Cox und Franz Thelosen. Cox half bis zuletzt als Fahrer, richtete sogar seinen Urlaub nach der monatlichen Altpapiersammlung. Auch Franz Thelosen blickt auf 36 Jahre Ehrenamt zurück, zuletzt packte er auf dem Sammelplatz des Vereins mit an. Jakob Boot und Hans Thoenes zählen ebenfalls zu den „Veteranen“: Seit rund 35 Jahren sind die beiden mit von der Partie.

Gemischte Gefühle

Stattliche 36 Jahre lang ehrenamtliches Altpapier-Sammeln, das sind 36 Jahre harte Arbeit – aber auch unzählige schöne Erinnerungen. Die Ablösung durch das Entsorgungsunternehmen sieht Theo Poen, wie er im RP-Gespräch berichtete, mit gemischten Gefühlen: „Da ist schon eine Menge Wehmut dabei. Die Samstage hatten ja auch immer viel mit Geselligkeit zu tun. Wir waren bei Wind und Wetter draußen, Regen spielte keine Rolle. Danach haben wir uns dann natürlich auch mal ein Fläschchen Bier gegönnt, dass wir als Dank oft von den Bürgern der Gemeinde geschenkt bekommen haben.“

Die letzte Runde: Am 27. Dezember sorgten die Kranenburger Schützen zum letzten Mal für ein „papierfreies“ Kranenburg. Klar, dass der Abschluss da gebührend gefeiert wurde: Mit einer großen Verlosung, leckerem Essen – und vielen Erinnerungen an die letzten 36 Jahre.

Quelle: RP

 
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