Kleve: Parkhotel: Party geht weiter
VON PETER JANSSEN - zuletzt aktualisiert: 03.04.2008Kleve (RPO). Gestern war der Tag, an dem mit dem Schweizerhaus ein Stück Kleve an einen israelischen Kaufmann fallen sollte. Die Aktion platzte, da die Gläubiger-Bank der Einstellung des Zwangsversteigerungsverfahrens zustimmte.
Dafür, dass es immerhin um 3,75 Millionen Euro und ein Stück Kleve geht, war die Besucherzahl recht übersichtlich. Im Saal D 270 des Amtsgerichts Kleve stand der „Zuschlagsverkündigungstermin“ für das Parkhotel Schweizerhaus auf dem Programm. Neben Rechtspfleger Alfred Frerix waren drei weitere Interessierte gekommen. Einer von ihnen war Günther Liffers. Der wollte sich im Amtsgericht Planungssicherheit bei einem der potenziellen neuen Besitzer holen. Seit 18 Jahren organisiert er nämlich in der Karnevalszeit Sitzungen, in denen spärlich bekleidete Damen und Herren keine unwesentliche Rolle spielen. „Ich habe hier einen Brief, den ich den Jungs mitgeben will“, erklärte Liffers und ergänzte: „Ich muss doch wissen, ob im Saal des Schweizerhauses 2009 die Herren- und Damensitzungen stattfinden können, oder ob die da ein Etablissement, ein Altersheim oder ’ne Moschee draus machen.“ Liffers kann zunächst weiterplanen, denn der Zuschlag wurde verweigert. Am Dienstag hatte Rechtspfleger Frerix Post des Gläubigers bekommen, der Westend Olympic GmbH. Inhalt des Schreibens: Die Westend Olympic GmbH stimmte der Einstellung des Zwangsversteigerungsverfahrens zu. Die Party geht weiter.
Land mit Ölquellen
Der Israeli mit Wohnsitz in den Niederlanden, David Shemesh, der sich beim ersten Termin und seinem Gebot gefreut hatte, als habe er ein Stück Land mit Ölquellen ersteigert, ist sich offenbar mit der Westend Olympic GmbH nicht einig geworden. So soll es unterschiedliche Auffassungen hinsichtlich der auszufüllenden Überweisungsträger gegeben haben. Shemesh gestern im Gespräch mit der RP: „Ich sollte zunächst 350 000 Euro überweisen.“ Der Rest, der dann noch auf dem Deckel stand, die 3,4 Millionen, sollten, so Shemesh, innerhalb von sechs Monaten gezahlt werden. Der Israeli wollte jedoch, nach geflissentlicher Durchsicht seiner Spareinlagen und Bausparverträge, den Betrag erst in zwei Jahren anweisen.
Ob oder wann die Westend Olympic GmbH das Parkhotel Schweizerhaus wieder zur Zwangsversteigerung anbietet, steht nicht fest. Derzeit gibt es einen Pachtvertrag mit einem Hotel-Management-Unternehmen in Rosenheim, der noch bis zum 30. April 2009 läuft.
Herrensitzung
So bleibt die Kalenberg GbR zunächst im Grundbuch als Eigentümerin eingetragen. Die Westend Olympic GmbH ist weiterhin betreibende Gläubigerin und Günther Liffers kann zunächst der „Party-Guerilla“ Hoffnungen auf die nächsten Herrensitzungen im Schweizerhaus machen.
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