Bedburg-Hau/Moyland: Paust: "Wir brauchen Geduld"
VON MATTHIAS GRASS - zuletzt aktualisiert: 29.10.2008Bedburg-Hau/Moyland (RPO). Jahrespressekonferenz im Museum Schloss Moyland. Beim künstlerischen Direktor in einer zuversichtlichen Phase, trotzdem nur gedämpfter Optimismus. Fünf Ausstellungen im kommenden Jahr wurden in Kalkar vorgestellt.
„Der Stiftungsvorstand und Dr. Bettina Paust befinden sich in einem konstruktiven Prozess“. Mehr zu hören gab’s nicht zum Moyländer Dauerthema vakante Stelle des künstlerischen Direktors. Stephanie Jenkner, Sprecherin der Düsseldorfer Staatskanzlei, ließ verlauten, diese Gespräche fänden in einer guten Atmosphäre statt. „Wir brauchen Geduld und Ruhe“, so Bettina Paust, stellvertretende künstlerische Leiterin und als Direktorin im Gespräch, die Fragen zum Thema neuer Chef fürs Schloss.
Keine kurzfristige Lösung
Auch Johannas Look rechnet nicht mit einer kurzfristigen Lösung und wollte deshalb auch zu den Perspektiven rund um Schloss Moyland keine Stellung beziehen: „In der Phase, in der Museum Schloss Moyland sich derzeit befindet, kann ich keine Perspektiven entwickeln. Wir sind zwar in einer zuversichtlichen Phase, haben aber keineswegs gesicherte Rahmenbedingungen“, so der Verwaltungsdirektor von Museum Schloss Moyland im Rahmen der Jahrespressekonferenz in Kalkar.
Landschaft
Ganz viele Fotografen werden zu „Landschaft ohne Horizont“ versammelt. Bettina Paust, stellvertretende künstlerische Direktorin hofft, darin namhafte Fotografen präsentieren zu können. Eigen ist allen Bildern, dass sie den für Landschaftsmalerei oder Fotografie so wichtigen, typischen Horizont eben nicht haben. Aus der Moyländer Sammlung steht im kommenden Jahr im Herbst ROTAR (Holder Skiebe) im Mittelpunkt, von dessen Nachlass sich ein beachtlicher Teil im Besitz des Museums befindet.
Entsprechend das Ausstellungsprogramm für 2009, das in seiner Substanz auf Planungen des vergangenen Jahres zurückgeht, so Paust. Zwei Ausstellungen in der großen Ausstellungshalle setzen dabei – allein schon vom Ausstellungsrahmen – die Schwerpunkte: Ganz klein geht’s im Frühjahr in der großen Halle zu. Moyland widmet sich dabei einem Teil seiner Sammlung und fügt wichtige Leihgaben hinzu, wenn es „Exlibris – die Welt im Kleinformat“ heißt. Die Ausstellung soll einen Überblick über die Blütezeit dieser oftmals kunstvollen kleinen Blättchen geben, die – in den Buchdeckel geklebt – Auskunft über die Herkunft des Buches seines Besitzers geben.
Ebenfalls in der großen Halle ist Hermann de Vries zu sehen – ein großer Vertreter der Landart. Der gelernte Gärtner wurde in den Niederlanden geboren. Er lebt heute in Unterfranken, „wo die umgebende Natur sein Atelier geworden ist“, so Dr. Barbara Strieder von Museum Schloss Moyland. Im Mittelpunkt steht die Arbeit de Vries’, die 1984 im Beisein von Beuys entstand. Eine Installation mit stark duftenden Rosenblättern. Ihr Duft wird die Ausstellungshalle erfüllen – wie die ganze Ausstellung Kunst und Natur verbindet.
Ein Ankauf zweier Fotostrecken über Beuys Aktion „Das Schweigen von Marcel Duchamp“ und die Ausstellung im Haus Koekkoek in Kleve, die der Beuys-Fotograf Manfred Tischer von den Aktionen und der Ausstellung im Klever Museum machte, setzte einen weiteren Schwerpunkt. Tischer Fotos sind die einzigen Dokumente der Duchamps-Aktion.
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