Kalkar: Pfarrheime zu verkaufen
VON LUDGER DISTELKAMP - zuletzt aktualisiert: 17.09.2010 - 10:46Kalkar (RPO). Die Unterhaltung der Pfarrheime lässt die Rücklage der Gemeinde Heilig Geist in Kalkar schmelzen. Das Bistum überweist weniger Geld. Niedermörmter, Kehrum und Appeldorn betroffen. Kleinere Treffpunkte an Kirchen geplant.
Die Finanzierung wäre eigentlich kein Problem, wenn nicht der Etat der Pfarrgemeinde Heilig Geist ohnehin schon im Defizit sei. In den vergangenen Jahren hätten jährlich etwa 25 000 Euro gefehlt, so skizziert Pfarrer Benedikt Elshoff im RP-Gespräch die Lage der Gemeinde Heilig Geist. Da es keine unendliche Rückgabe gebe und das Geld in einigen Jahren verzehrt sei, müsse gehandelt werden. Deshalb stehen die Pfarrheime in Appeldorn, Kehrum und Niedermörmter zum Verkauf. In diesen Häusern sei die Belegung "nicht besonders gut", erklärt der Seelsorger.
"Eine Vermietung ist auch möglich. Aber ist es überhaupt schwierig, die Objekte am Markt zu platzieren", räumt Heinz Lukkezen ein. Der Leiter der Zentralrendantur des Dekanates Emmerich, zu der die Katholischen Gemeinden in Emmerich, Rees und Kalkar gehören, sagt, dass die vor knapp sechs Jahren fusionierte Pfarre Heilig Geist fünf Heime in Kalkar, Altkalkar sowie in Appeldorn, Kehrum und Niedermörmter besitzt. Das Gemeindezentrum in Kalkar sei gut ausgelastet und das in Altkalkar sei an die Caritas verpachtet, stellt Elshoff fest.
Ein Konzept
Sobald Architekten das Konzept für den Bau von Treffpunkten an den Eingangsbereichen der Kirchen in Appeldorn, Niedermörmter und Kehrum erstellt hätten, werde es ein Gespräch mit dem Bistum Münster über die finanzielle Förderung der Investitionen geben, sagt Pfarrer Benedikt Elshoff.
Er kündigte an, dass dann das Vorhaben mit den Gläubigen vorgestellt und diskutiert wird.
Grund für die schmelzende Rücklage in der Kasse von Heilig Geist sind geringere Überweisungen des Bistums Münster. Die Zuschüsse für die fünf Unterkünfte richteten sich nach der Zahl der Gläubigen, so Lukkezen als Finanzchef des Dekanates. Es fehlten der Gemeinde Heilig Geist 25 000 Euro im Jahr zur Unterhaltung der Gebäude.
"Wenn die Pfarrgemeinde das Minus nicht ausgleichen kann, wird das Bistum uns Vorgaben machen", kündigt der Geistliche an. Münster habe zwar Heilig Geist bescheinigt, dass schon Ausgaben eingespart worden seien. Aber die Pfarre wolle handeln, bevor das Bistum Häuser schließe. Zwei bis drei Jahre habe die nun Gemeinde Zeit, um einen eigenen Plan zu entwerfen.
Der Pfarrgemeinderat und der Kirchenvorstand wollen deshalb in den nächsten Monaten ein gemeinsames Konzept erstellen. "Der Grundgedanke dafür ist, wie wir weiterhin Räume in den verschiedenen Ortsteilen als Treffpunkt nach Gottesdienst oder zu Patronatsfesten anbieten, gleichzeitig Flächen abbauen und weiterhin pastoral sinnvoll wirken", sagt der Pfarrer zur Marschroute. Daher habe der Kirchenvorstand Architekten eingeschaltet. Die Experten prüften, wie im Eingangsbereich der Gotteshäuser in den Orten Appeldorn, Kehrum und Niedermörmter Anbauten mit einem Versammlungsraum, sowie Toiletten und Teeküche geschaffen werden könnten. "Wir sollten aus der Not eine Tugend machen", sagte der Seelsorger zu den Plänen. Dieses Ansinnen unterstreicht er mit einer nüchternen Feststellung: "Wenn wir nichts tun, habe ich die Befürchtung, dass zum Schluss gar kein Treffpunkt mehr in den Dörfern bleibt."
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







