Kalkar: Quadratisch und prophetisch
VON SYBILLE MÖCKL - zuletzt aktualisiert: 31.07.2010Kalkar (RPO). 65 Acrylarbeiten zeigt Annette Kögel ab morgen im Städtischen Museum Kalkar. Inspirieren ließ sie sich vor allem von den Texten des arabischen Philosophen und Malers Khalil Gibran, die sie auch in einige ihrer Collagen eingearbeitet hat.
Das Quadrat ist die Form, in der sich Annette Kögel besonders wohl fühlt. "Das Quadrat ist ebenso wie der Kreis vollkommen", sagt die 44-jährige Künstlerin. "Es ist gleichmäßig, harmonisch, wandelbar. Mehrere lassen sich schnell zu anderen Formen zusammensetzen." Besonders auffällig sind die 20 mal 20 Zentimeter kleinen Bilder, in unterschiedlichen Farben und Strukturen. Im städtischen Museum Kalkar hängen sie neben- und übereinander und fügen sich dort zu einem harmonischen Ganzen zusammen.
Die in Werdohl lebende Künstlerin arbeitet außerdem häufig Texte in ihre Werke ein. Was aber nicht heißt, dass man die auch immer auf dem endgültigen Kunstwerk sieht. "Manchmal brauche ich die Texte einfach als Inspiration, als Initialzündung. Ich klebe sie auf die leere Leinwand und lasse sie auf mich wirken", erklärt Kögel, "später übermale ich sie dann häufig wieder." Dann weiß nur sie noch , was hinter der Fassade der Bilder steckt.
Texte, Rost und Schelllack
Drei verschiedene Bilderserien aus den Jahren 2005 bis heute zeigt Kögel ab morgen in ihrer Ausstellung "Quadratisch, prophetisch, ..." in Kalkar. Bei den meisten Werken hat sie zusätzlich zu den Acrylfarben mit unterschiedlichen Materialien wie bedrucktem Papier, Rost oder Metall gearbeitet. Einzelne Teile der Werke hat sie mit glänzenden Schellack übermalt. So bekommen die Bilder Struktur, leere und farbige, raue und schimmernde Flächen liegen direkt nebeneinander. Das Auge brauche eine ruhige Fläche im Bild, findet Kögel.
Für ihre "Prophetenserie" ließ sich die Künstlerin von Texten des libanesischen Philosophen Khalil Gibran (1833 bis 1931) inspirieren. Das berühmteste Werk des Malers und Schriftstellers "Der Prophet" gilt als eines der richtungsweisenden Bücher der arabischen Philosophie. Kögel ist begeistert von seinen "Reflexionen über das alltägliche Leben." Sie lasse die Texte auf sich wirken und setze diese dann in Farben und Formen um, erzählt Kögel. So bannt sie Freundschaft in orange, die Zeit in blau und Selbsterkenntnis in türkis auf Leinwand.
Daneben sind rostbraun und hellbeige die vorherrschenden Farben in ihrer zweiten ausgestellten Serie "Stückwerk", die viele quadratischen Formen zeigt. "Hierbei steht das Rostige für das Alter und das Helle, Glänzende für die Jugend", sagt Kögel. Auch in der Prophetenserie tauchen diese gegensätzlichen Farben immer wieder auf. Die Farben spielten eine elementare Rolle in ihrem Gefühlsleben, erklärt die Künstlerin.
Jeder Streifen ein Tag
Die dritte Serie mit dem Titel "an Tagen wie diesen" zeigt verschiedene Streifenbilder. "Jeder Streifen steht für einen Tag", erklärt Kögel. So sei die Ausstellung auch ein Stückchen aus ihrem Leben, gibt sie zu. Ein Stück, das die Ausstellungsbesucher sehen dürfen, um sich dazu ihre eigenen Gedanken zu machen.
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