Kreis Kleve: Rosa Likör für den Kegelclub
VON ANJA SETTNIK - zuletzt aktualisiert: 03.03.2011 - 12:23Kreis Kleve (RPO). Gestern wurde in der ersten Etage des Airport Weeze ein großer Duty-Free-Shop eröffnet. Zugleich ist damit der neue Abflugbereich in Betrieb genommen. Flughafen und Geschäftspartner investierten eine Million Euro.
Wer von jetzt an ab Weeze in den Urlaub oder zum dienstlichen Termin fliegt, wird nicht umhin kommen, den Duty-Free-Shop zu betreten. Einfach deshalb, weil er zwischen dem Treppenaufgang und den Gates liegt. Kaufen muss der Fluggast natürlich nichts. "Aber zu widerstehen wird ihm schwer fallen", ist Eric Demaerel, Geschäftsführer der Firma Chacalli de Decker, überzeugt. Das Unternehmen führt seit Jahren den kleinen Laden im Erdgeschoss des Airport Weeze und eröffnete gestern einen großen Duty-Free-Shop in der ersten Etage. Dort ist zugleich nach dreimonatiger Bauzeit der neue Abflugbereich in Betrieb genommen worden. Investitionssumme: gut eine Million Euro.
Bald mit Aufzug
Im Laden werden auf doppelt soviel Fläche 4700 Artikel geführt – Tabakwaren, Alkoholika, Geschenkartikel, Süßwaren, Parfum und Kosmetika. Wie bisher sind zwölf Mitarbeiter beschäftigt.
Im öffentlichen Bereich steht eine weitere Investition an: ein gläserner Aufzug, der auch Behinderten künftig einen direkten Zugang zum Flughafenrestaurant ermöglichen soll.
Treppe nach oben
Wer die Sicherheit durchschritten hat, wird nun über eine Treppe nach oben geleitet. Dort fehlen noch die Bänke, auf denen die Passagiere warten. Ihnen steht ab sofort auch eine neue Gastronomie zur Verfügung: das italienische Café "Tramezzini" , das einige Sitzplätze anbietet, aber auch ab Theke verkauft. Gar nicht verschämt ist nebenan die Raucher-Lounge untergebracht – dort können Fluggäste in ansprechendem Umfeld ihrem Laster frönen. Das "Tramessini" bietet Getränke und belegte Brote, die südländisch als Ciabatta und Pane daherkommen.
Flughafen-Geschäftsführer Ludger van Bebber freute sich, endlich mal wieder aus erfreulichem Anlass einladen zu können. Von Investor Herman Buurman über die Weezer Politik bis hin zu Geschäftspartnern wie Gunnar Heinemann, Chef eines Hamburger Handelshauses, das weltweit 47 Flughäfen beliefert und einen Umsatz von 1,9 Milliarden Euro macht, waren zahlreiche Gäste vertreten. Heinemann, der unter anderem in Düsseldorf, Frankfurt und Hamburg Duty-Free-Shops betreibt, betonte im Gespräch mit der Rheinischen Post, dass er Regionalflughäfen ein großes Entwicklungspotenzial zutraut.
Starke Bindung
Die starke Bindung an eine Airline (im Fall Weeze Ryanair) mache zwar ziemlich abhängig, erschließe aber neue Kundenschichten. Für seine Branche bedeute das, Reisende, die bisher kaum geflogen seien, auch mit dem günstigen Flughafen-Einkauf vertraut zu machen. An dieses "Privileg" müssten sich die Billigflug-Kunden erst gewöhnen.
Da von Weeze aus vorwiegend Europa bedient wird, bedeutet "Duty Free" nicht Zollfreiheit – besonders günstige Preise könnten die Kunden aber erwarten. Insbesondere bei hochpreisigen Artikeln wie Kosmetika oder alkoholischen Getränken sei einige Ersparnis drin. Wobei Heinemann schmunzelnd feststellte, dass das Sortiment Artikel enthalte, die ihm in Frankfurt oder Düsseldorf noch nicht begegnet seien: ein rosafarbener Likör "for women only", im Regal reichlich vertreten, richte sich vermutlich an Damen-Kegelclubs, die nach Mallorca unterwegs sind.
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